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Wemag baut zweiten Großspeicher

Der Schweriner Energieversorger Wemag baut einen zweiten Großspeicher. Er wird die gleiche Leistung aber fast drei mal so viel Kapazität haben. Damit eignet er sich für weitere Systemdienstleistungen. Der Energieversorger plant mit dem Bau den Einstieg in ein weiteres Geschäftsfeld.

Der Schweriner Energieversorger Wemag hat mit der Erweiterung seines Großspeichers begonnen. Bisher betreibt das Unternehmen im Schweriner Ortsteil Lankow einen Großspeicher und bietet ihn kommerzielle zur Erbringung von Systemdienstleistungen an. Dieser ist seit zwei Jahren in Betriebsjahren und die Wemag zufrieden mit den Ergebnissen, die sie mit dem Speicher erzielen. „Nach zwei Jahren Betriebszeit fällt unsere Bilanz für den Batteriespeicher wirtschaftlich und technisch durchweg positiv aus, daher hat sich die Wemag für diese Erweiterung entschieden“, sagt Thomas Pätzold, technischer Vorstand der Wemag. „Der Schweriner Batteriespeicher hat als erste kommerzielle Großanlage den Nachweis des wirtschaftlichen Betriebs erbracht und hat daher schon einige Nachahmer in Deutschland gefunden. Wir glauben, dass schnelle und autonome Speicher künftig einen wichtigen Beitrag zum stabilen Betrieb der Stromnetze leisten.“

Leistung verdoppelt

Mit der Erweiterung verdoppelt die Wemag ihre Großspeicherleistung von fünf auf zehn Megawatt. Die gesamte Speicherkapazität soll von bisher fünf auf dann 14,5 Megawattstunden sogar fast verdreifacht werden. Um die gesamten Speichermodule unterzubringen, hat die Wemag zunächst mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen. Dort werden nicht nur die zusätzlichen Batterien, sondern auch die Transformatoren und die gesamte Leistungselektronik installiert. Das Ziel ist, mit der Erweiterung die verfügbare Leistung für Systemdienste zu erhöhen.

Mehr Systemdienstleistungen übernehmen

Wie die erste Anlage soll auch der neue Speicher zur Frequenzstabilisierung in der Primärregelleistungsvermarktung eingesetzt werden. „Künftig wird der Wemag-Speicher auch in weiteren Anwendungsfeldern eingesetzt“, stellt Pätzold in Aussicht. „Aktuell laufen Forschungsvorhaben zu Schwarzstart und Netzwiederaufbau.“ Die Anlage eigne sich mit ihrer hohen Speicherkapazität auch für Sekundärregelleistung und Blindleistungsbereitstellung. Die zusätzliche Erweiterung der Kapazität trägt dazu bei, diese Anwendungsfelder parallel zur bestehenden Primärregelleistung zu ermöglichen.

Ein neues Geschäftsfeld im Blick

Mit dem Neubau verfolgt der Energieversorger aber noch ein weiteres Ziel. Denn die Wemag tritt als Generalunternehmer beim Bau des neuen Speichers auf. Kunde ist die Batteriespeicher Schwerin, ein Unternehmen, das ebenfalls zur Wemag gehört. Diese etwas eigenwillige Konstruktion hat aber ihren Sinn. „Wir errichten den Speicher wie für einen Kunden und demonstrieren künftigen Projektpartnern oder Investoren unsere Fähigkeit in der Anlagenerrichtung“, erklärt Thomas Pätzold. Damit werde der Baustart auch zum Start für ein neues Geschäftsfeld der Wemag.

Projektpartner für den Großspeicher ist – wie bei der Errichtung der ersten Anlage – der Berliner Entwickler und Integrator von Speichersystemen Younicos. Das Unternehmen stellt auch für den neuen Speicher die gesamte Anlagensteuerung bereit und integriert die zusätzliche Leistungselektronik.

Inbetriebnahme für das kommende Jahr geplant

Die Inbetriebnahme des neuen Großspeichers ist für den Juni 2017 geplant. Im März soll das Gebäude stehen und dann beginnt die Wemag mit der Installation der Batteriemodule und der gesamten Elektronik. Für die Erweiterung ist ein Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro veranschlagt. „Wir können den Erweiterungsbau ohne weitere Fördermittel errichten, da wir von den Skaleneffekten aus dem ersten Bauabschnitt profitieren“, betont Thomas Pätzold. (su)