Auf ein Wort
21. April 2010 | Karl-Heinz RemmersLaut aktuellem Stand der Bundesnetzagentur wurden im Jahr 2009 deutschlandweit rund 3,8 Gigawatt peak an neuen Anlagen gemeldet. Diese Zahlen sind vorläufig und können sich noch ändern. Aber selbst wenn es 20 Prozent weniger sein sollten, beweisen auch etwas mehr als drei Gigawatt peak, dass die erneuerbaren Energien die fossile und nukleare Energieversorgung mit hoher Geschwindigkeit ablösen können. Diese Zahlen entsprechen rund vier großen Atomkraftwerksblöcken in ihrer Anschlussleistung. Das bedeutet etwas mehr als ein halber großer AKW-Block in der jährlichen Elektrizitätserzeugung. Bleibt der Markt 2010 auf einem ähnlichen Niveau, wird in einem Zeitraum von weniger als zwei Jahren ein komplettes Atomkraftwerk von der „kleinen“ Photovoltaik ersetzt. Geplant von kleinen und mittleren Ingenieurbüros, produziert und vertrieben überwiegend von mittelständischen deutschen Handwerkern. Und vor allem mehrheitlich im Besitz von Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands. Das Ziel des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien und der Bundesregierung bis ins Jahr 2020 mindestens sechs Prozent der Stromversorgung durch Photovoltaik zu bestreiten, ist also mehr als realistisch. Photovoltaik ist keine Nische mehr, sondern ein rasant wachsender, verlässlicher und vor allem vollkommen ungefährlicher Beitrag zur CO2-freien Stromerzeugung – hier im Land und nicht irgendwo in der Wüste. Wo Atomkraftwerke Jahrzehnte bis zu ihrer Inbetriebnahme benötigen, um dann allein den Ertrag großer Konzerne zu erhöhen, flitzt die neue Technologie Photovoltaik schlank an ihnen vorbei, zum Nutzen breiter Schichten der Bevölkerung. In Regionen mit höherer Solarstrahlung, wie beispielsweise in Kalifornien, kann bei gleichem Marktvolumen jedes Jahr ein großes AKW ersetzt oder dauerhaft abgeschaltet werden. Das ist ein gewaltiger Erfolg für die noch junge Photovoltaikbranche. Hoffentlich wird diese Dynamik nicht durch die Neugestaltung der EEG-Förderung durch die Bundesregierung gebremst.
