Ausbau ja, aber wer zahlt?

08. Juli 2008 | Karl-Heinz Remmers

Wir brauchen ein besser ausgebautes Stromnetz. Nicht nur im Hinblick auf den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien ist dies eigentlich Konsens. Eine Investition in den Netzausbau ist insofern auch unabdingbar. Darin waren sich die Teilnehmer unserer Konferenz „Erneuerbare Energien und Netzintegration“, die wir zusammen mit dem VWEW Energieverlag GmbH am 24. und 25. Juni in Erfurt veranstalteten, im Prinzip einig.

Soweit so gut. Aber bei der Frage, wer den Netzausbau vorantreiben und auch dafür aufkommen soll, schieden sich die Geister – nicht nur zwischen den Vertretern der Erneuerbare-Energien-Branchen und den Akteuren der Energieversorger oder Netzbetreiber. Auch die Politik agiert wieder einmal in „Vogel-Strauß-Manier“: Einerseits wird von der Politik der Ausbau gewünscht und gefordert. Andererseits werden aber keine Anreize gesetzt, zum Beispiel könnten die Kapital- und Betriebskosten von Erweiterungsinvestitionen bereits im Jahr ihrer Entstehung erlöswirksam werden. So wurde denn auch der „Kosten-Peter“ hin und her geschoben. Vertreter von Vattenfall und anderer Energieversorger machten deutlich, dass der Netzausbau aus ihrer Sicht finanzwirtschaftlich nicht rentabel ist. Der Netzausbau müsse von der Eigentümerfrage losgelöst vorangetrieben werden. Teilnehmer des Bundesumweltministeriums (BMU) verwiesen darauf, dass ja eigentlich nicht nur die Erzeugerseite im Fokus stehen darf, sondern auch die Verbraucherseite. Es müssten technische Lösungen wie beispielsweise durch Lastenmanagement oder automobile Speichersysteme gefunden werden, um den Energieverbrauch flexibler zu gestalten.

Nichtsdestotrotz war es ein beträchtlicher Erfolg der Konferenz, die verschiedenen Parteien zu diesem Thema an einen Tisch gebracht zu haben

Ihr
Karl-Heinz Remmers    
Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis AG

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