Definitiv ein Branchen-Highlight 2008: die Intersolar North America

25. August 2008 | Karl-Heinz Remmers

Nach der Münchner Intersolar war auch die Intersolar North America ein voller Erfolg! Die Solarpraxis AG hat auf der Leitmesse in San Francisco mit ihren Produkten und Dienstleistungen den Einstieg in den US-amerikanischen Markt geschafft.

Aber was passiert wirklich in den USA? Während der demokratische Präsidentschaftskandidat im US-Fernsehen für erneuerbare Energien wirbt, verharrt der Solarmarkt des Landes auf der Größe des italienischen Marktes. Der Windenergiemarkt entwickelt sich hingegen rasant und ist mittlerweile der größte Markt der Welt. Ein Grund dafür sind die Pläne von amerikanischen „Ur-Kapitalisten“ wie T. Boone Pickens (www.pickensplan.com). Es könnte spannend werden, wenn dieser wie versprochen, den Windenergieanteil an der Stromversorgung auf mehr als 20 Prozent in weniger als zehn Jahren steigert. Herr Pickens hat mit seiner Aktion nur zwei Dinge im Sinn: Sein Milliardenvermögen mehren und pro Jahr 300 Milliarden Dollar für US-Ölimporte einsparen – Geld, das nach seiner Lesart an „feindliche Nationen“ gezahlt wird. Interessant ist auch zu sehen, wie Al Gore erneut die internationalen Medien mit seinem Plan elektrisiert, die USA binnen zehn Jahren komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Die USA wäre nicht die USA, wenn sie nicht auf Hoffnung und Pathos setzen würde. Mit diesem Pathos können die Amerikaner in ihrer großen Begeisterungsfähigkeit sehr schnell sehr viel ändern und umsetzen. Hoffen wir, dass sie es auch bei den erneuerbaren Energien schaffen. Es würde der Welt helfen, die Pipelines in Brandherden wie etwa Georgien erheblich entspannter zu betrachten.
Wir werden in den USA dabei sein, wenn der Wind der Veränderung die erhoffte Stärke erreicht.

Zurück in Deutschland…

Unser Know-how und die tollen Industrieerfolge im Bereich der erneuerbaren Energien werden in den USA hochgelobt (und vor allem werden auch Beratungen bezahlt). In der Heimat erwartet einen dagegen viel Ernüchterndes: Eine Forschungsministerin, die auf Nachwuchsförderung in der Atomtechnik setzt – weil ja alle anderen Nationen Atomkraftwerke bauen. Und wegen der Stromlücke, die uns angeblich beim Abschalten der Atomkraftwerke droht. Leider war diese Nachricht kein Witz, sondern ernst gemeint. Offenbar investiert Frau Schavan lieber in eine 50 Jahre alte und brandgefährliche Technologie ohne Zukunft, statt offensiv und konsequent die deutsche Führung im Bereich der erneuerbaren Energien auszubauen. Es hat leider Tradition in Deutschland, dass bereits geschaffene Zukunftsoptionen leichtfertig von Politikern wieder aufs Spiel gesetzt werden. So hat der ehemalige Forschungsminister Riesenhuber zwischen 1982 und 1993 erfolgreich versäumt, die deutsche IT-Branche zu fördern und damit ihre Position an der Weltspitze zu festigen.
Und es gibt ihn noch immer – so versuchte Riesenhuber nun rund zwanzig Jahre später im Rahmen der EEG-Novelle, eine erhebliche Kürzung der Solarstromförderung in der CDU-Fraktion durchzusetzen.

Angloamerikanische Beobachter sagen, dass die Solarbranche in Deutschland für ein „New Germany“ steht – technisch und wirtschaftlich innovativ, entschlossen sowie marktaktiv gekoppelt mit den traditionellen Tugenden des deutschen Mittelstands und der Ingenieurskunst. Schade, wenn es statt „New Germany“ irgendwann „New USA“ oder „New China“ heißen würde. Ich jedenfalls lebe und arbeite am liebsten in meinem Heimatland, welches uns in den letzten Jahren, unter anderem dank einer ganzen Reihe von Politikern, aus nahezu allen Lagern weit nach vorne gebracht hat.

In San Francisco haben wir neben Photovoltaik- und Solarthermie-Workshops auch die zweitägige Konferenz „Solar Materials, Equipment & Technology Conference“ (SMET) veranstaltet. Die Resonanz war hoch, was zeigt, dass gerade auf dem wachsenden US-Markt der Bedarf an deutschem Know-how sehr groß ist.
Außerdem haben wir in San Francisco unsere neue englischsprachige Fachzeitschrift „PV Magazine – PHOTOVOLTAIC MARKETS & TECHNOLOGY“ erstmals der Branche vorgestellt. Natürlich sind wir von einem großen Interesse ausgegangen, aber über die derartig positive Resonanz waren wir dann doch erstaunt. Auf der Messe konnten wir Tausende von Abonnenten gewinnen und interessante Kooperationen anbahnen. Dieses Jahr wird das PV-Magazine noch zweimal erscheinen. Die nächste Ausgabe kommt am 29. August auf den Markt.
Derzeit stecken wir in den Vorbereitungen für den nächsten Branchentreff: die 23. EU PVSEC in Valencia vom 1. bis 5. September. Sie finden uns in der Halle N1-P3 am Stand C6. Wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen.
Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne, sonnige und erholsame Sommerzeit!

Ihr
Karl-Heinz Remmers    
Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis AG

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