Ein Sieg - auf halber Linie

19. Juni 2008 | Karl-Heinz Remmers

Nein, die Solarlobby hat sich nicht durchgesetzt. Die Verabschiedung des Klimapakets mit den jetzigen Fördersätzen in der vorvergangenen Woche war „kein Geschenk“ an die Solarindustrie. Die ökologische und ökonomische Vernunft hat sich durchgesetzt. Dies sei einmal in aller Deutlichkeit gesagt.
Wäre eine Absenkung der Fördersätze um bis zu 30 Prozent beschlossen worden – wie im Vorfeld von der CDU-/CSU-Fraktion im Bundestag gefordert – nicht auszudenken. Bis hin zu einem Marktzusammenbruch wären sämtliche „worst case“-Szenarien möglich gewesen. Es hätten sich die Gegner der Solarindustrie durchgesetzt, die an vielen Vorurteilen hängen und die Vielzahl an Positiveffekten durch Sonnenenergie vergessen: Steigende Steuereinnahmen aus der Branche, geringer werdende Umwelt- und Gesundheitsfolgekosten, sinkende Importkosten bei fossilen Energieträgern durch die vermehrte Nutzung von Sonnenstrom oder auch die bereits jetzt allgemein wirkende Preisdämpfung durch den Ökostrom.

Die Entscheidung ist also die einzig richtige gewesen. Ich bin sicher, dass mit verlässlichen Rahmenbedingungen Solarstrom in den nächsten sechs bis acht Jahren durch leistungsfähigere Module und Anlagen auch ohne Subventionen am Markt wettbewerbsfähig sein wird. Bis dahin ist allerdings eine Förderung notwendig.

Ihr
Karl-Heinz Remmers
Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis AG

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