IEA: „Wir sollten das Öl verlassen, bevor das Öl uns verlässt“
08. April 2008 | Karl-Heinz RemmersAls im Oktober 2007 die Energy Watch Group um den Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen) in London ihre Ressourcen-Studie vorstellte und einen steilen Abstieg der Ölförderung prognostizierte, stieß die Untersuchung auf ein hohes Interesse bei den Medien. Schon alleine deshalb, weil sie damals in scharfen Kontrast zu den Projektionen und Prognosen der Internationalen Energie-Agentur (IEA) stand. Diese hatte bis in das vergangene Jahr hinein eine grundlegende Änderung der Ölversorgung in naher Zukunft bestritten.
Umso erstaunlicher ist nun das Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Internationale Politik“ mit dem IEA-Chefökonom Fatih Birol. Darin warnt Birol mit ungewöhnlich deutlichen Worten vor einer weltweiten Krise bei der Ölversorgung. Von heute bis 2015 fehlten pro Tag 12,5 Millionen Barrel Öl, stellt er fest. Dies seien rund 15 Prozent des Weltölbedarfs. "Diese Lücke bedeutet, dass wir in den nächsten Jahren eine Lieferklemme und sehr hohe Preise erleben können", so der Chefökonom weiter und rät: „Ich denke, wir sollten das Öl verlassen, bevor das Öl uns verlässt.“
Damit setzt die IEA meiner Meinung nach ein wirklich eindeutiges Statement von der Abkehr dieser fossilen Ressource und für den Einsatz von alternativen Energiequellen, etwa den erneuerbaren Energien! Wer Auszüge aus diesem bemerkenswerten Interview – sicherlich ein „Meilenstein“ in der Peak-Oil-Diskussion – nachlesen möchte, dem empfehle ich http://www.internationalepolitik.de/archiv/jahrgang-2008/april/--die-sirenen-schrillen--.html oder den Beitrag unter http://www.n-tv.de/944703.html?070420080001.
Ebenfalls in diesem Zusammenhang höchst lesenswert ist das Buch „Chance Energiekrise. Der solare Ausweg aus der fossil-atomaren Sackgasse“ von Hans-Josef Fell und Carsten Pfeiffer.
Ihr
Karl-Heinz Remmers
Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis AG
