Irrwege und Irrtümer hinsichtlich der Photovoltaik

29. Mai 2008 | Karl-Heinz Remmers

Heute stehen im Bundestag wichtige Entscheidungen zu der künftigen Förderung des Solarstroms an. Dabei ist eine heftige Debatte absehbar: Während sich der Bundesumweltminister klar für eine starke Förderung der Photovoltaik ausspricht, ist die CDU/CSU-Fraktion mittlerweile komplett zerstritten. So haben sich die Kräfte um Laurenz Meyer MdB und Wirtschaftsminister Michael Glos im Deutschen Bundestag am späten Montagabend durchsetzen können – mit dem fatalen Ergebnis, dass sich die Fraktion für eine Absenkung der Solarförderung im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um über 25 Prozent in den nächsten zwei Jahren ausgesprochen hat. Nicht nur die Branche äußerte ihr Entsetzen über diese Pläne. Gestern Abend regte sich endlich auch Widerstand aus den eigenen Reihen. Die sechs Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in den neuen Bundesländern appellierten in einem offenen Brief an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegen eine zu starke Kürzung der Einspeisevergütung. „Wir verfolgen dies [die Diskussion um eine stärkere Kürzung der Förderung] mit großer Sorge, denn die Berechenbarkeit der jährlichen Vergütungsabsenkung ist für unsere Solarindustrie von größter Bedeutung“, heißt es in dem offenen Brief. Und weiter: „Um die technische Entwicklung zu leistungsstärkeren und preiswerteren Anlagen weiter zu unterstützen, ist ein drastischer Einschnitt nicht hinnehmbar. Zudem gefährden die in den Medien genannten Pläne die deutsche Technologieführerschaft in diesem Sektor.“

Angesichts dieser Streitigkeiten bleibt nur zu hoffen, dass sich die fortschrittlichen Kräfte innerhalb der CDU/CSU-Fraktion durchsetzen. Alles andere wäre ein echtes Dilemma für die boomende Solarindustrie, hat doch gerade die Solarförderung durch das EEG einen starken Ausbau der Solarenergie in Deutschland ermöglicht. Rund 380.000 Solarstromanlagen wurden seit 2004 in Deutschland installiert und etwa 30 neue Solarfabriken mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 4,1 Mrd. Euro errichtet. Das EEG und seine Förderkonditionen gelten – neben über 60 Forschungseinrichtungen sowie dem starken Anlagen- und Maschinenbau – als unverzichtbarer Impuls für die Zukunftsbranche Solarindustrie.

Gründe für diese unendlichen Solarstrom-Diskussionen sind oftmals aber auch falsche Darstellungen und Interpretationen von Fakten und Zahlen. Insbesondere Themen wie Beiträge zur Versorgungssicherheit, Sicherung und Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen und der Beitrag zum Klimaschutz werden nach wie vor kontrovers diskutiert. Hier gehen Meinungen auseinander und führen aufgrund unzureichender Daten zunehmend zu Verwirrungen. Die Redaktionen unserer Magazine „photovoltaik – Das Magazin für Profis“ sowie „Solarboulevard“ haben die „Irrtümer über Solarstrom“ aufdecken  und widerlegen können.
 
Ihr
Karl-Heinz Remmers
Vorstandsvorsitzender der Solarpraxis AG

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