Frankreich kürzt Photovoltaik-Förderung
15. Januar 2010 | Märkte und Trends, Politik und GesellschaftNicht nur in Deutschland gibt es aktuell Diskussionen über die Förderung von Photovoltaik. Frankreich hat in dieser Woche ein neues Gesetz verabschiedet, in dem die Vergütungssätze für Solarstrom leicht gesenkt wurden. Die Tarife bleiben aber lukrativ für Investoren.
Frankreich kürzt seine Vergütungssätze für Photovoltaik. Ein entsprechendes Gesetz wurde nun publiziert. Der Spitzensatz bleibt liegt mit 58 Cent je Kilowattstunde nur knapp unter dem Tarif von 2009 bei 60,18 Cent je Kilowattstunde. Diese Vergütung bekommen jedoch nur Hausbesitzer, bei denen die Photovoltaik-Anlage komplett ins Dach integriert ist. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung gilt der Spitzensatz aber nicht mehr für Neubauten. Zudem wurde eine stärkere Staffelung eingerichtet. „Bislang gab es bei Photovoltaik-Dachanlagen drei Tarife, nun sind es fünf“, erklärt Can Nalbantoglu von der Renerco AG aus München.
Der Basistarif für Freiflächenanlagen sei zudem etwas gekürzt worden. Er betrage jetzt 31,4 Cent je Kilowattstunde für den eingespeisten Solarstrom. 2009 lag dieser Satz noch bei 32,82 Cent je Kilowattstunde. Dafür sei aber die Anwendung eines „Regional-Koeffizienten“ vorgesehen, um den sich die Vergütung gegebenenfalls erhöht, je nachdem wo der Photovoltaik-Park gebaut werde. Dieser sei in den Departements im Norden Frankreichs am höchsten, so Nalbantoglu weiter. Zusätzlich sieht das neue Gesetz eine jährliche Degression von 10 Prozent vor, die zum ersten Mal zum Jahreswechsel 2011/2012 angewendet wird. Der für die Betriebsphase vorgesehene Inflationsausgleich ist zudem fast komplett aufgehoben. Der so genannte L-Koeffizient berücksichtigt Preissteigerungen nur noch mit 20 Prozent statt bislang mit 60 Prozent.
Diskussion seit September
Die Diskussion über eine Anpassung der Photovoltaik-Förderung in Frankreich läuft bereits seit September 2009. Aus Angst vor starken Kürzungen hatte es einen wahren Boom in den vergangenen Monaten gegeben. Nach Angaben des Energiekonzerns EDF waren im November und Dezember täglich rund 3000 Neuanträge für den Anschluss von Photovoltaik-Anlagen ans Netz eingegangen. Zuvor seien es etwa 5000 Anträge pro Monat gewesen. Das neue Gesetz bedeutet aber immer noch eine hohe Förderung. Gerade mit Blick auf die derzeit in Deutschland laufenden Diskussionen seien die Fördersätze immer noch ausreichend lukrativ, sagt Nalbantoglu. Einige Projekte könnten durch die neue Förderregelungen vielleicht gebremst werden, aber im Großen und Ganzen wird der Photovoltaik-Ausbau in Frankreich weiter vorangehen. Im vergangenen Jahr sind etwa 175 Megawatt neu installiert worden. 2006 lag die Kapazität noch bei rund 50 Megawatt. (Sandra Enkhardt)
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