4373,5 Megawatt Photovoltaik-Zubau im ersten Halbjahr

03. August 2012 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Allein im Juni sind nach neuesten Zahlen der Bundesnetzagentur in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 1,8 Gigawatt ans Netz gegangen. Gründe dafür dürften die Diskussionen um das EEG und das Auslaufen von Übergangsfristen für größere Anlagen gewesen sein.

Bau eines Solarparks

Im Juni sind gerade viele größere Anlagen ans Netz gegangen

Die Bundesnetzagentur hat Zahlen für den Photovoltaik-Zubau im ersten Halbjahr 2012 vorgelegt. Demnach sind in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4373,5 Megawatt ans Netz gegangen – so viel wie noch nie in den ersten sechs Monaten eines Jahres. Allein im Juni sind laut Veröffentlichung der Behörde 14.740 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 1790,21 Megawatt gemeldet worden. Dies liegt noch leicht unter dem Rekordwert von Juni 2010, als es einen Zubau von gut 2100 Megawatt gab. Im Mai sind laut Bundesnetzagentur gut 8500 neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 254,23 Megawatt gemeldet worden.

Gründe für den starken Zubau im ersten Halbjahr 2012 dürften sicher die anhaltenden Diskussionen über die Solarförderung und die in der EEG-Novelle geschaffenen Übergangsfristen gewesen sein. So sind im März bereits 1222,77 Megawatt Photovoltaik-Leistung in Deutschland neu installiert, wie aus den Zahlen hervorgeht. Zum 1. April hat die Bundesregierung drastische Einmalkürzungen bei den Photovoltaik-Dachanlage sowie eine neue Einteilung der Leistungsklassen vorgenommen. Bis Ende Juni liefen dann Übergangsfristen für größere Anlagen, weshalb es erneut zu einem starken Zubau gekommen sein dürften. Bis Ende September haben Betreiber großer Solarparks auf Konversionsflächen nun noch Zeit, ihre Anlagen anzuschließen und von der alten Vergütungsregelung zu profitieren. 

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Zubauzahlen für die Photovoltaik auf ihrer Website. Im Gegensatz zu früher werden nur noch aktualisierte Listen online gestellt, aber keine Einschätzung dazu von Seiten des Behördenchefs mehr veröffentlicht. Ab November ist wieder vorgesehen, den Mechanismus des atmenden Deckels einzuführen. Bis dahin sinken die Photovoltaik-Einspeisetarife um monatlich ein Prozent. Danach wird sich die Höhe der Absenkung wieder am hochgerechneten Photovoltaik-Zubau des Vorquartals orientieren. Sie kann ab November auf bis zu 2,8 Prozent monatlich steigen. (Sandra Enkhardt)

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Ivo Kastl aus Berlin

Donnerstag, 09.08.2012 12:18

So beeinflusst die sogenannte Krise also den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland - mit Rekordzubauten! Sicher, die Meldungen über Insolvenzen überschlagen sich - nicht nur Deutschland. Auch in China [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Ivo Kastl aus Berlin

Donnerstag, 09.08.2012 12:18

So beeinflusst die sogenannte Krise also den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland - mit Rekordzubauten!
Sicher, die Meldungen über Insolvenzen überschlagen sich - nicht nur Deutschland. Auch in China haben die Hersteller große Probleme, wie ich bei einem Gespräch mit einem chinesischem Bänker erfahren haben.
Die Frage ist allerdings, woher das kommt. Wenn man zurück denkt, dann sind in der Vergangenheit PV-Firmen nur so aus dem Boden geschossen und sind zum Teil mit irrwitziger Vehemenz auf den Markt gedrungen. Dass es dadurch zu einem Überangebot kommt und es früher oder später zu einer Marktbereinigung kommen musst, war absehbar.
Jetzt wird sich zeigen, wer nachhaltig gewirtschaftet hat. Vergleicht man die derzeitigen Vergütungssätze mit den Strompreisen auf seiner Stromrechnung, dann sieht man, dass wir mittlerweile am Punkt der Netzparität angekommen sind - zumindest auf Verbraucherseite. Dies ist auch der Punkt, an dem die Photovoltaik immer mehr zum wirtschaftlichen Selbstläufer wird und bald ohne ein Rahmengesetz auskommen wird.

Jetzt heißt es also einfach durchhalten!

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