Applied Materials stellt sich neu auf
20. September 2010 | Märkte und Trends, TopnewsWegen der stark gesunkenen Nachfrage nach Silizium-Dünnschichtmodulen will sich das Photovoltaik-Unternehmen aus den USA einem Zeitungsbericht zufolge künftig auf Silizium Solarzellen konzentrieren.
Applied Materials (AM) richtet sein Geschäft neu aus. Die Sunfabs zur Herstellung von Silizium-Dünnschichtmodulen seien kaum noch gefragt, weshalb der Photovoltaik-Ausrüster künftig keine Maschinen mehr anbieten will. "Wir werden uns stärker auf Anlagen zur Herstellung von kristallinen Silizium-Solarzellen konzentrieren", sagte Michael Splinter der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Er verspreche sich davon ein besseres Geschäft, da klassische Silizium-Solarmodule gefragter seien. Bislang hat Applied Materials dem Bericht zufolge ingesamt 15 der „Sunfab“-Linien an elf Kunden ausgeliefert. Zwei Photovoltaik-Hersteller, Signet Solar und Sunfilm, hätten aber wegen fehlender Aufträge Insolvenz anmelden müssen.
Experten sehen ein generelles Problem bei Dünnschicht-Produzenten. Im Gegensatz zu Herstellern kristalliner Photovoltaik-Produkte hätten sie in den ihre Produktionskosten weniger stark senken können und seien daher im Wettbewerb ins Hintertreffen geraten. Trotz großer Hoffnungen hätte sich die Silizium-Dünnschicht auch nicht am Markt durchsetzen können. Nach einem Bericht des Forschungsinistiuts der Europäischen Kommission kommen die etwa 150 Dünnschichtfirmen weltweit auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent. 1500 Megawatt der insgesamt 7400 Megawatt weltweit neu installierten Photovoltaik-Leistung 2009 waren demnach Dünnschichtmodule. First Solar habe dabei knapp drei Viertel mit seinen Paneelen auf Cadmium-Tellurid-Basis abgedeckt. "In die Silizium-Dünnschicht investiert derzeit niemand mehr", zitiert die „FTD“ Arnulf Jäger-Waldau vom Forschungsinstitut der Europäischen Kommission.
Dies ist aber nur bedingt der Fall. Oerlikon Solar hat erst während der 25. EU PVSEC in Valencia seine neue "ThinFab" vorgestellt. Außerdem investieren Unternehmen wie Sharp, Nexpower und Inventux auch derzeit massiv in die Silizium-Dünnschicht. (Sandra Enkhardt)
Kommentare
Direkt kommentieren
Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.
Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.
Am häufigsten gelesen
Welches EEG gilt nun für Photovoltaik-Anlagen?
8938 viewsUmweltministerium sucht Kompromiss bei Solarförderung
4815 viewsMerkel feuert Röttgen/Altmaier wird Nachfolger
3430 viewsRösler setzt Länder und Altmaier unter Druck
3038 viewsPairan ebenfalls insolvent
2561 viewsRöttgen tritt als Umweltminister zurück
2256 viewsSovello geht Weg der Insolvenz in Eigenverwaltung
2066 views

