Bericht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Conergy
14. Juni 2011 | Märkte und Trends, TopnewsAcht frühere Manager des Hamburger Photovoltaik-Unternehmens sollen im Fokus der Hamburger Staatsanwaltschaft stehen. Dies berichtet das „Handelsblatt“.
Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (Dienstagausgabe) gegen acht ehemalige Führungskräfte des Photovoltaik-Unternehmens Ermittlungen aufgenommen. Unter anderem werde gegen den früheren Vorstandschef Hans-Martin Rüter, den Ex-Finanzvorstand Heiko Piossek wegen möglicher Bilanzfälschung und Insiderhandels ermitteltet, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Kreisen. Angeklagt seien zudem sechs weitere ehemalige Manager von Conergy, darunter auch das derzeitige Aufsichtsratsmitglied Dieter Ammer. Es gehe um die Bilanz für das Geschäftsjahr 2006. Den damaligen Jahresumsatz habe das Photovoltaik-Unternehmen nachträglich um rund 70 Millionen Euro senken müssen. Die Angeklagten sollen nach den Erkenntnissen die Umsätze mit Tochtergesellschaften falsch ausgewiesen haben. Weder die Staatsanwaltschaft Hamburg noch die Angeklagten wollten sich zu den möglichen Ermittlungen äußern, hieß es weiter.
Die Staatsanwaltschaft soll den beiden Angeklagten Rüter und Piossek vorwerfen, dass sie im Wissen um die falschen Bilanzen im Frühjahr 2007 einen Großteil ihrer Aktien an dem Photovoltaik-Unternehmen verkauft haben sollen. Der damalige Vorstandschef Rüter soll dabei 16,4 Millionen Euro, Piossek gut 100.000 Euro eingenommen haben. Kurze Zeit später sei der Aktienkurs wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage des Photovoltaik-Unternehmens eingebrochen. Ammer wird dem „Handelsblatt“-Bericht zufolge vorgeworfen, ebenfalls von den falschen Bilanzen gewusst zu haben und durch den Verkauf eines Aktienpakets eine Summe von 10,9 Millionen Euro eingestrichen zu haben. Der damalige Aufsichtsratschef sei aber nicht aktiv an der Fälschung der Bilanzen beteiligt gewesen. (Sandra Enkhardt)
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