Bosch verschiebt Fabrikbau in Malaysia

07. Februar 2012 | Märkte und Trends, Topnews

Die Turbulenzen auf den Photovoltaik-Märkten haben nun auch Auswirkungen auf die Pläne des Bosch-Konzerns. Die Entscheidung über den Bau der Fabrik in Malaysia soll nun erst zum Jahresende fallen.

Bosch-Zentrum in Arnstadt

Bosch eröffnete im vergangenen Jahr sein Photovoltaik-Zentrum in Arnstadt

Die Bosch-Gruppe bekommt die schwierige Lage auf den weltweiten Photovoltaik-Märkten nun auch zu spüren. Der Konzern hat seine Pläne revidiert, in Malaysia eine neue Solarfabrik zu bauen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstagausgabe) berichtet. Der Baubeginn werde verschoben, sagte Siegfried Dais, Verantwortlicher in der Geschäftsführung für die Photovoltaik-Sparte. "Wenn man zu früh investiert, läuft man Gefahr, sich womöglich auf einen weniger vorteilhaften Technologiepfad festzulegen", sagte er im FAZ-Interview. Dais kündigte an, dass die Entscheidung über den Bau der neuen Fabrik wohl erst Ende des Jahres fallen werde. 

Der Konzern hat in den vergangenen Jahren massiv in Photovoltaik investiert, um sich unabhängiger vom volatilen Automobil-Markt zu machen. In den vergangenen drei Jahren habe Bosch rund zwei Milliarden Euro Investiert, unter anderem in der Übernahmen der  Modulhersteller Ersol, Aleo Solar und Johanna Solar komplett oder teilweise übernommen sowie den Aufbau seines Photovoltaik-Zentrums in Thüringen. Jüngst übernahm Bosch auch noch die Wechselrichter-Sparte von Conergy. Das Kartellamt hat den Zusammenschluss mit Voltwerk im Januar genehmigt. Ähnlich wie die meisten Photovoltaik-Unternehmen hat Bosch nun aber auch mit der schwierigen Marktlage zu kämpfen. Überkapazitäten und fallende Preise für Solarmodule machen vielen Herstellern zu schaffen. Nach dem FAZ-Bericht musste auch der Stuttgarter Konzern 2009 mehr als 400 Millionen und 2011 sogar rund eine halbe Milliarde Euro abschreiben.

Dais bekräftigte allerdings, dass Bosch an seinem Photovoltaik-Engagement festhalte. Nach einer Konsolidierungsphase werde es in fünf Jahren noch etwa 20 große Photovoltaik-Anbieter geben.  "Wo wir in der Rangliste stehen werden, kann ich nicht voraussagen, aber auf alle Fälle wollen wir zu denen gehören, die Gewinne erzielen", sagte Dais weiter. Allerdings musste er gleichzeitig einräumen, dass Bosch Solar sein selbst gestecktes Ziel verfehlt habe, 2011 rund eine Milliarde Euro Umsatz im Photovoltaik-Geschäft zu generieren. Er habe im abgelaufenen Geschäftsjahr bei etwa 800 Millionen Euro gelegen und sei gegenüber 2010 damit gesunken. Dennoch zeigte sich Dais zufrieden, da im Vergleichszeitraum die Preise gleichzeitig um 40 Prozent gefallen seien. Bosch wolle sich künftig noch verstärkt mit der Produktion von Dünnschichtmodulen beschäftigen, sagte Dais im FAZ-Interview. Diese Technologie biete noch Potenzial bei Wirkungsgrad und Kosten. (Sandra Enkhardt)

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