Bundesnetzagentur bestätigt Nullrunde bei Solarförderung

16. Juni 2011 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach den Veröffentlichungen der vergangenen Stunden hat nun auch die Bundesnetzagentur reagiert. Sie bestätigte, dass die Photovoltaik-Einspeisetarife zum 1. Juli nicht sinken werden. Der Zubau in den ersten fünf Monaten 2011 lag bei etwa 1000 Megawatt.

Solarpark mit Schnee bedeckt

Zu Jahresbeginn sind nicht viele Photovoltaik-Anlagen ans Netz gegangen

Zwischen März und Mai 2011 sind der Bundesnetzagentur zufolge in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt etwa 700 Megawatt Leistung ans Netz gegangen. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr sei damit von einem Zubau von rund 2800 Megawatt Photovoltaik-Leistung auszugehen. Damit sei zum 1. Juli keine weitere Kürzung der Solarförderung vorzunehmen. „Die Vergütungssätze für Anlagen, die ab dem 1. Juli in Betrieb gehen, werden nicht sinken“, erklärte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Die nun veröffentlichten Daten zum Photovoltaik-Markt sollten schnellstmöglich Klarheit für weitere Investitionen schaffen. Eine Kürzung der Photovoltaik-Einspeisetarife wäre erst eingetreten, wenn der prognostizierte Zubau für das Gesamtjahr einen Wert von 3500 Megawatt überschritten hätte. Nun wird es aber bis zum Jahresende auf jeden Fall bei Vergütungssätzen je nach Größe der Photovoltaik-Anlage zwischen 21,11 und 28,74 Cent je Kilowatt eingespeisten Solarstrom bleiben. Zum Jahresende wird auf jeden Fall der nächste Degressionsschritt bei der Solarförderung folgen. Gesetzlich vorgeschrieben sind neun Prozent. Sollte der Photovoltaik-Markt aber nun doch anziehen und die Marke von 3500 Megawatt doch übersteigen, kann die Kürzung auch noch höher ausfallen. Die Analysten von Jeffries gehen zum Beispiel weiterhin von einem Zubau von 5500 Megawatt aus. Diese Prognose stützt sich auf eine Einschätzung der Unternehmen, die Jeffries während der letztwöchigen Intersolar befragte.

Die Bundesnetzagentur hat zunächst vorläufige Zahlen für den Zubau der Monate März und April veröffentlicht. Bis Ende Juli sollen die endgültigen Zahlen feststehen. Nach Angaben der Behörde sind im März Photovoltaik-Anlagen mit einer Kapazität von 147,3 Megawatt ans Netz gegangen. Im April seien es dann 202,3 Megawatt gewesen. Für die ersten vier Monate ergibt sich damit ein Photovoltaik-Zubau in Deutschland von 716,5 Megawatt. Die neu installierte Leistung im Mai müsste dann auf Grundlage dieser Daten bei etwa 300 Megawatt gelegen haben. In den ersten fünf Monaten 2011 sind laut Behörde neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von etwa 1000 Megawatt installiert worden. Im Jahr 2010 habe der Vergleichswert bei mehr als 1700 Megawatt gelegen. (Sandra Enkhardt)

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