China führt Photovoltaik-Einspeisetarife ein

02. August 2011 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Die Regierung in Peking will mit einer neuen Solarförderung nun durchstarten. Analysten erwarten, dass der Photovoltaik-Markt in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird.

Die chinesische Mauer

In China soll es künftig eine Einspeisevergütung für Solarstrom gehen

China hat die Einführung von Photovoltaik-Einspeisetarife verkündet, die hohe Renditen ermöglichen könnten. Dies berichten die Analysten von Jeffries. Es sei demnach keine Begrenzung der Solarförderung vorgesehen. Allerdings müssten die Photovoltaik-Projekte durch die nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) genehmigt werden. Das Verfahren dazu sei derzeit aber noch unklar, schreiben die Analysten weiter. Sie gehen davon aus, dass der chinesische Photovoltaik-Markt im kommenden Jahr eine Nachfrage von zwei Gigawatt generieren wird. In den Folgejahren könnte der Zubau neu installierter Photovoltaik-Leistung bei mehr als fünf Gigawatt liegen, so die Analysten weiter.

Die Höhe der Einspeisetarife hat die NDRC bereits festgelegt. Photovoltaik-Projekte, die vor dem 1. Juli 2011 genehmigt  worden und bis Jahresende fertiggestellt seien, sollen eine Vergütung von umgerechnet 12, 6 Cent je Kilowattstunde erhalten. Diese Tarife sollen sowohl für Dach- als auch für Freiflächenanlagen gezahlt werden, wie es weiter hieß. Die Höhe der Einspeisetarife sinke für nach  dem 1. Juli genehmigte Photovoltaik-Anlagen auf etwa elf Cent je Kilowattstunde. Diese Vergütung werde auch für Systeme gezahlt, die erst im kommenden Jahr realisiert würden, berichten die Analysten. Je nach dem Sinken der Systemkosten für Photovoltaik-Anlagen sollen auch die Einspeisetarife anschließend gesenkt werden. Die Einspeisetarife sind zudem zusätzlich zu den anderen Programmen, mit denen regionale Regierungen und andere Institutionen bereits Photovoltaik-Projekte fördern, wie es weiter hieß. Die Kosten für die Einspeisetarife würden aus einem Erneuerbare-Energien-Entwicklungsfonds gezahlt.

Angesichts der stark gesunkenen Modulpreise und dem niedrigeren Preisgefüge in China gegenüber Europa und den USA erwarten die Jeffries-Analysten ansprechende Renditen für Photovoltaik-Projekte. Nach ihren Schätzungen hat die NDRC bereits Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 500 bis 600 Megawatt in der ersten Jahreshälfte genehmigt, die nun von dem erhöhten Einspeisetarif profitieren könnten. Die Analysten um Jesse Pichel gehen von aus, dass in diesem Jahr mindestens ein Gigawatt Photovoltaik-Leistung ans Netz gehen könnte. Außerdem sehen sie gute weitere Wachstumschancen des Marktes in den kommenden Jahren. Zugleich besteht so aus Sicht von Analysten die Chance, dass die sich die in den vergangenen Monaten stark gefallen Preise für Photovoltaik konsolidieren und Lagerbestände durch die hohe Nachfrage abgebaut werden könnten. (Sandra Enkhardt)

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