Conergy und MEMC suchen Kompromiss

23. September 2009 | Märkte und Trends, Topnews

Der deutsche Solarkonzern und der US-Waferlieferant suchen derzeit nach einem außergerichtlichen Einigung. 2007 hatten beide Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung von Silizium im Wert von bis zu vier Milliarden Dollar geschlossen. Angesichts dramatisch gesunkener Siliziumpreise will Conergy den Vertrag nun auflösen.

Nachgeführte Photovoltaik-Anlage von Conergy

Conergy will das Silizium für seine Solarzellen lieber auf dem freien Markt einkaufen

Conergy und MEMC haben nach einem Bericht des Handelsblatts (Mittwochausgabe) Verhandlungen über eine gütliche Einigung über die Auflösung des milliardenschweren Liefervertrags. Der Prozess vor einem New Yorker Bezirksgericht solle damit schnell beendet werden. In der kommenden Woche seien mehrere Treffen von Vertretern beider Unternehmen geplant, die von einer unabhängigen Schiedsperson begleitet werden sollen. Dies geht aus Gerichtsunterlagen hervor.
"Die Parteien sind hoffnungsvoll, dass dieser Prozess zu einer beidseitigen zufriedenstellenden Lösung kommen könnte", zitiert das Handelsblatt aus einem Brief von Conergy-Anwalt Derek Adler an das Gericht. Einen ersten Zwischenstand sollen Conergy und MEMC bis zum 5. Oktober dem Gericht mitteilen.
Sofern die Unternehmen keine Einigung erzielen sollten, werde dann das Verfahren fortgesetzt. Im Falle einer Niederlage vor Gericht, könnte Conergy aus Sicht von Experten in die Pleite rutschen. In der Solarbranche wird der Prozess intensiv beobachtet. Nach dem MEMC-Vorbild sind in der Vergangenheit viele Vereinbarungen zwischen Silizium-Lieferanten mit Solarzellen-Herstellern geschlossen worden. Somit könnte der Prozess im Falle eines Erfolgs für Conergy Signalwirkung haben. Dann werden voraussichtlich weitere Solarfirmen vor Gericht ziehen. (Sandra Enkhardt)

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