Dena-Chef begrüßt Kürzungspläne

22. Januar 2010 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Stephan Kohler findet den Vorschlag richtig, die Photovoltaik-Förderung schnell zurückzufahren. Zudem will der Chef der Deutschen Energie-Agentur eine „grundsätzliche Neuausrichtung“ des EEG.

Produktion von Photovoltaik-Modulen bei Aleo Solar

Kohler: Massenproduktion wird sich nach Asien verlagern

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur hat sich positiv über die Beschlussvorlage von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zur künftigen Photovoltaik-Förderung geäußert. "Es ist ein sehr harter Einschnitt, aber gerechtfertigt, weil die Preise für Solarmodule ebenfalls sehr kräftig gefallen sind", sagte er in einem Interview der „Berliner Zeitung“ (Freitagausgabe). Die Größenordnung stimme. Es dürfe nicht sein, dass die Stromkunden weiter eine "überzogene Förderung" zahlen. "2009 wurden zu viele und zu teure Solaranlagen gebaut", so Kohler weiter.
Dennoch müsse die Reform so ausgestaltet werden, dass derzeit kriselnde, aber hochproduktive Photovoltaik-Unternehmen in Deutschland eine Chance hätten, zu überleben. Dies sei aber bei den derzeitigen Plänen des Umweltministers gewährleistet. Allerdings werde es viele Zusammenschlüsse und Übernahmen geben, sagt Kohler. Dies werde dem Markt aber nicht schaden, sondern sei ein Zeichen dafür, dass er erwachsen wird. Er erwartet zudem, dass ein erheblicher Teil der Massenproduktion nach Asien abwandert. Deutsche Unternehmen sollten daher vor allem in Forschung und Entwicklung investieren.

Neuausrichtung des EEG

Kohler verlangte darüber hinaus eine "grundsätzliche Neuausrichtung" des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Es müsse eine stärkere Marktausrichtung geben. Das Gesetz sollte auch stärker auf eine gesicherte Stromversorgung und effiziente CO2-Vermeidung fokussiert werden. Es seien Milliarden-Investitionen in die Netze notwendig. Die Einführung eines intelligenten Stromnetzes sei dringend erforderlich, sagte Kohler mit Blick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bislang hätten sich die Netzbetreiber aber zu wenig mit dem Problem der unsteten Einspeisung durch Wind- und Solarstrom beschäftigt. Deshalb könnte es bald zu Überlastungen kommen. "Vor allem die regionalen Netze im sonnenreicheren Süddeutschland werden bald große Probleme bekommen", sagte Kohler weiter. (Sandra Enkhardt)

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Rudi Maas aus Michelbach

Sonntag, 24.01.2010 20:54

Eine kurze Anregung zu dem von Herrn Röttgen angeführten Thema Verbraucherschutz: Wenn die Einspeisevergütung um 15% gesenkt wird, um die Verbraucher zu entlasten, werden dann auch die Strompreise dementsprechend [...]

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Kommentare 1 - 3 von 3

Rudi Maas aus Michelbach

Sonntag, 24.01.2010 20:54

Eine kurze Anregung zu dem von Herrn Röttgen angeführten Thema Verbraucherschutz: Wenn die Einspeisevergütung um 15% gesenkt wird, um die Verbraucher zu entlasten, werden dann auch die Strompreise dementsprechend verbindlich gesenkt?
Oder geht es hier um eine Gefälligkeit gegenüber den großen Netzbetreibern, die weiter die Strompreise anheben und die eingesparte Vergütung als Gewinne verbuchen? Zumindest läßt die unverschämte Terminierung auf 1. April bzw. 1. Juli für Freilandanlagen vermuten, dass Herr Röttgen wenig an den Unternehmern in der Solarbranche sowie deren investitionsfreudigen Kunden gelegen ist.
Sonst hätte er den zeitlichen Verlauf so angesetzt, dass den Unternehmen und den Kunden die Möglichkeit bleibt, vorhandene Projekte noch umzusetzen und die Unternehmensziele entsprechend anzupassen. P.S.: Herr Röttgen benimmt sich wie früher unser Ferkelhändler. Erstmal ein Extrem in die Runde werfen und dann schaun wir mal wie alle reagieren. Im schlimmsten Fall treffen wir uns eben in der Mitte. Da hätte selbst mein Großvater noch dazulernen können. Hallo? Geht´s noch? Hier geht es um sehr ernste und wichtige Fragen, welche mit Augenmaß und einem Mindestmaß an gutem Willen gegenüber allen Beteiligten überlegt und beantwortet werden sollen. Also bitte erst die Hausaufgaben machen......

Sherif Topal aus Fürstenfeldbruck

Samstag, 23.01.2010 23:56

Es war seit der ersten Stunde, ein Gesetz für REICHE. Es gab KFW Kredite, doch die musste man bei Seiner Hausbank beantragen z.B. Commerz- bzw. Ahnungslosenbank. Die obwohl ich Geschäftskunde bin bis 2008 keine Solaranlagen finanzierten. Anders kam man aber nicht zum Kredit. Zweitens, die Vergütung war schon immer gestaffelt jedoch nie richtig. Statt Anlagen bis 5 KW, bis 10 Kw bis 20 KW bis 40 KW bis 80 KW bis 160KW bis 320 KW bis 640KW bis 1MW usw. zu staffeln, waren die Herren der Schöpfung gaaaanz großzügig. Man kannte nur bis 30 bis 100KW u. darüber. Hätte man wie ich schrieb gestaffelt, wären Einfamilienhaus und Kleinhauseigentümer u. somit die breite Bevölkerung die Gewinner gewesen. So, waren Großanlagen lukrativer als Kleinanlagen. Weil ja die Großen günstiger einkaufen konnten. Augenmerk hätte die Selbst- und Lokalversorgung und nicht die Rendite sein sollen. So haben jedoch Investoren aus Hamburg in Süddeutschland investiert. Wäre es nicht besser gewesen, hätte man nur in einer gewissen Nähe zu seinem Hauptwohnsitz oder zur Gemeinde investieren können. Werden nicht lukrative Gemeindegrundstücke genauso unter das Volk gebracht? Nur wer mindesten 5 bzw. 10 Jahre im Ort wohnt kann gewisse Grundstücke usw. erwerben? Anlagen auf Ackerflächen, hätte man von vornherein auf 1MW begrenzen sollen. Wieso sollen potentielle Anbauflächen u. nahezu jede Bodenfläche egal in welchem Zustand ist auch Anbaufläche, mit Solarflächen konkurrieren obwohl es unzählige ungenutzte Dächer gibt. Ein Dach kann man sonst zu nichts gebrauchen aber Bodenflächen schon. So wie das Gesetzt falsch angefangen hat. So endet es auch katastrophal. Wieder schätzt man es nicht Dachflächen lukrativ zu halten. Ganz im Gegenteil, diese werden sogar par Monate früher weniger gefördert als Ackerflächen. Wenn schon Denken nicht Eure Stärke ist, wieso habt Ihr mich nicht vorher gefragt?

Brigitte Rudolph aus Bischofsheim | http://www.sonnenkönig.org

Samstag, 23.01.2010 15:35

Warum wollen Einbäugige oder gar Blinde uns glauben machen dass sie die richtige Sichtweise hätten? Eine so kurzfristig umgesetzte Einspeisereduzierung bricht vielen Unternehmen das Genick. Der Verbraucher, hier wieder als Grund für die Reduzierung vorgeschoben, will sicher nicht 50.000 Arbeitslose schaffen und den Solarboom ausserhalb Deutschlands ankurbeln. Hier wäre doch ein Volksentscheid wünschenswert, da würden der Herr Röttgen und alle seine Gleichredner staunen was des Volkes Wille ist. Warum nur wird etwas gut Funktionierendes in einen Rohrkrepierer umgewandelt, schaut nach Spanien... Ein ehemals attraktiver Markt dümpelt vor sich. Auch hier hatte man Angst vor der eigenen Courage. Der deutsche Verbraucher ist sicher bereit den Beitrag zu den erneuerbaren Energien zu leisten und damit auch die Kosten für die Beseitigung der zukünftigen Umweltschäden zu reduzieren. Für Solarstrom braucht es kein Endlager und Strahlenopfer hat die Branche auch nicht zu bieten. Im Gegenteil - zufriedene umweltbewusste Kunden mit Verantwortungsbewusstsein, mit Bereitschaft zur Investition in die Zukunft und mit der Beispielhaftigkeit eines mündigen Bürgers. Warum sollen diese Verbraucher nicht mit einer guten Rendite für ihr Engagement belohnt werden???!!!

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