Details zu Photovoltaik-Förderung in China

04. Mai 2009 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Seit einiger Zeit ist ein Förderprogramm für Solarenergie in China im Gespräch. Nun sind neue Einzelheiten dazu bekannt geworden.

Produktion bei Suntech

Vor allem chinesische Hersteller sollen von dem Förderprogramm profitieren

China will künftig Solaranlagen mit einer Kapazität von mehr als 50 Kilowatt staatlich fördern. Nach den Plänen des Wohnungs- und des Stadtentwicklungsministeriums sollen pro Watt Kapazität umgerechnet bis zu 2,20 Euro gezahlt werden, wie der „China Observer“ berichtet. Dies entspreche ungefähr den aktuellen Produktionskosten von Solarmodulen in China. Die Kunden müssten somit nur noch die Installationskosten für die Photovoltaik-Anlage tragen. Die Förderung solle dabei bereits pro installiertem Watt, nicht erst für die erzeugte Leistung gezahlt werden, heißt es in dem von Achim Haug von Germany Trade and Invest verfassten Bericht.
Das Finanzministerium habe einen Leitfaden veröffentlicht. Demnach läuft die erste Antragsphase bis zum 20. Mai. Das Programm sei jedoch auf mehrere Jahre angelegt. Jährlich solle die Förderhöhe geprüft werden. Für 2009 sei ein Budget von etwa 44 Millionen Euro vorgesehen. Damit könnten maximal 20 Megawatt gefördert werden. Experten erwarten jedoch für dieses Jahr noch gewisse Anlaufschwierigkeiten und daher einen eher geringeren Finanzbedarf für das Förderprogramm.

Heimische Solarindustrie soll profitieren

Die Photovoltaik-Anlagen sollen vor allem auf Dächern installiert werden, bevorzugt auf Krankenhäusern, Schulen und Regierungsgebäuden. Ein anderes großes Einsatzgebiet sind Insellösungen. So könnte zukünftig die Energieversorgung von abgelegenen Orten dezentral über Photovoltaik-Anlagen gewährleistet werden. Für eine Förderung müssen die monokristallinen Solarzellen dem Leitfaden zufolge einen Wirkungsgrad von mindestens 16 Prozent und polykristalline Solarzellen von 14 Prozent aufweisen. Für Photovoltaik-Anlagen mit Dünnschichtmodulen ist eine Effizienz von mehr als sechs Prozent vorgeschrieben. Diese Voraussetzungen kommen vor allem den einheimischen Produzenten wie Suntech, Yingli, Trina Solar und JA Solar entgegen. Sie sind wegen ihrer hohen Exportabhängigkeit in besonderem Maße vom weltweiten Nachfrageeinbruch betroffen. Aber auch deutsche Photovoltaik-Unternehmen machen sich Hoffnung, von dem erwarteten Boom profitieren zu können.(SE)

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