Ersol mit schlechten Zahlen
14. August 2009 | Märkte und Trends, TopnewsDie Bosch-Tochter hat im ersten Halbjahr drastische Rückgänge bei Umsatz und Gewinn einstecken müssen. Der Hauptgründe dafür sind die ausgebliebene Trendwende auf dem Photovoltaik-Markt und das Wegbrechen des spanischen Marktes.
Die generell schwierige Marktlage macht der Ersol Solar Energy AG weiterhin schwer zu schaffen. Der Umsatz brach im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum in den ersten sechs Monaten um knapp 44 Prozent auf 72,9 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen mitteilte. Noch tiefer war der Einschnitt beim EBIT-Ergebnis. Aus einem Gewinn von 18,6 Millionen Euro sei binnen Jahresfrist ein Verlust von 13,4 Millionen Euro geworden. Dies entspricht einem Minus von 172,3 Prozent. Die Gründe für das schwache Ergebnis liegen dem Ersol-Vorstand zufolge in der allgemeinen Nachfrageschwäche in Verbindung mit einem deutlichen Preisrückgang bei Solarmodulen und –zellen sowie einem schwächeren Projektgeschäft bedingt durch die Finanzkrise.
Spanischer Markt komplett weggebrochen
Die Exportquote der Bosch-Tochter sei von 72,6 Prozent in den ersten sechs Monaten 2008 auf nun 17,2 Prozent abgesunken. Vor allem die Begrenzung der Förderung für Photovoltaik-Anlagen in Spanien habe für den herben Einbruch gesorgt. Der Umsatzanteil des spanischen Marktes habe sich auf 0,1 Prozent reduziert, hieß es weiter. Die schwachen Zahlen schlugen nicht auf den Aktienkurs von Ersol durch. Die Papiere tendierten am Nachmittag nahezu unverändert.
Der Ersol-Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2009 einen anhaltenden Preisdruck auf dem Photovoltaik-Markt. Es habe einen Wandel zum Käufermarkt vollzogen, was sich auf die Kurzfristprognosen niederschlage. Im laufenden Geschäftsjahr sei daher ein Umsatz von weniger als 300 Millionen Euro sowie ein Verlust zu erwarten, sagt der Ersol-Chef Holger von Hebel mit Blick auf den weiter rückläufigen Gesamtmarkt. Die weltweite Finanzkrise sowie die damit verbundene Kreditklamme behindere noch immer das Projektgeschäft. Die vorhandenen Überkapazitäten könnten daher derzeit nicht abgebaut werden. Die mittel- und langfristige Perspektive der Photovoltaik-Branche sei aber positiv, da die erneuerbaren Energien eine bedeutende Rolle im zukünftigen Energiemix spielen werden, so von Hebel weiter. (Sandra Enkhardt)
Kommentare
Direkt kommentieren
Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.
Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.
Am häufigsten gelesen
Welches EEG gilt nun für Photovoltaik-Anlagen?
9005 viewsMerkel feuert Röttgen/Altmaier wird Nachfolger
3454 viewsRösler setzt Länder und Altmaier unter Druck
3117 viewsPairan ebenfalls insolvent
2577 viewsRöttgen tritt als Umweltminister zurück
2268 viewsSovello geht Weg der Insolvenz in Eigenverwaltung
2066 viewsSolarworld erzwingt hohe Antidumping-Zölle gegen chinesische Konkurrenz
1938 views

