Ersol schickt 700 Beschäftigte in Kurzarbeit
05. August 2009 | Märkte und Trends, TopnewsDie Bosch-Tochter hat auf die bestehende Krise auf dem Photovoltaik-Markt reagiert und schickt mehr als die Hälfte ihrer Belegschaft für drei Monate in Kurzarbeit. Die Erweiterung der Fertigungskapazitäten wird indes unvermindert vorangetrieben.
Die Ersol Solar Energy AG schickt 700 ihrer 1300 Beschäftigten in Kurzarbeit. Der Konzern reagiert damit auf die weiter bestehenden Probleme auf dem Photovoltaik-Markt. Ersol fahre die Produktion im kristallinen Bereich in den kommenden drei Monaten um 50 Prozent zurück, bestätigte Ersol-Sprecherin Janina Broscheit. Ab dem 10. August werde in der Produktion der Siliziumstab-, Wafer- und Zellwerke in Arnstadt und Erfurt verkürzt gearbeitet. Von der Maßnahme seien auch produktionsnahe Bereiche wie die Qualitätssicherung und die Logistik betroffen. Die Ausbaupläne blieben aber von der Maßnahme unberührt. Der Bau des neuen Werks in Arnstadt gehe planmäßig voran, so die Sprecherin. Die Bosch-Gruppe will bis 2012 rund 530 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Fertigungskapazitäten investieren. Es soll 1100 neue Arbeitsplätze entstehen.
Die Bosch-Tochter hatte vor etwa vier Wochen ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2009 gesenkt, da die erhoffte Trendwende auf dem Photovoltaik-Markt bislang ausgeblieben war. Ersol hat vor allem mit der weiterhin rückläufigen Nachfrage bei einem gleichzeitig anhaltenden Überangebot sowie dem Preisverfall für Solarzellen und –module zu kämpfen. Das Unternehmen, dass im Juni 2008 vom Automobilzulieferer Bosch übernommen wurde, geht für das laufende Jahr sogar von einem Verlust von 30 Millionen Euro aus. Am 14. August will Ersol einen Zwischenbericht zu den Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate 2009 vorlegen.
Bosch hatte am Montag für Schlagzeilen gesorgt: Der Konzerne unterbreitete den Aktionären von Aleo Solar AG und der Johanna Solar Technology GmbH ein Übernahmeangebot. (Sandra Enkhardt)
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