EU-Klage von Solarworld noch vor der Sommerpause?

18. Juni 2012 | Politik und Gesellschaft, Intersolar 2012, Topnews

Im Streit um Dumpingpreise bei Photovoltaik-Produkten will Solarworld nun auch in Europa aktiv werden. In den USA sind bereits Strafzölle gegen chinesische Photovoltaik-Wettbewerber verhängt worden.

EU-Parlament in Brüssel

Auch die EU könnte bald über Strafzölle für chinesische Photovoltaik-Importe entscheiden

Das Gerücht, die Solarworld AG könnte die Intersolar Europe nutzen, um ähnlich wie zuvor in den USA ihre Petition gegen die vermeintlichen Dumpingpreise der chinesischen Konkurrenz öffentlich zu machen, geisterten in der vergangenen Woche an allen drei Tagen durch die Messehallen in München. Solarworld-Specher Milan Nitzschke bestätigte jedoch auf Nachfrage nur, dass ein Verfahren derzeit noch vorbereitet würde. Nun berichtet das „Deutsche Anleger Fernsehen“, dass eine entsprechende Beschwerde noch vor der Sommerpause im Juli bei der EU-Kommission in Brüssel eingereicht werden soll. Mit einer ähnlichen Klage gegen unlautere staatliche Hilfen für die chinesischen Photovoltaik-Unternehmen war die US-Solarworld-Tochter bereits in Übersee erfolgreich. Das Handelsministerium in Washington verhängte Strafzölle auf chinesische kristalline Photovoltaik-Produkte von bis zu 250 Prozent wegen vermeintlichen Dumpings. Die Entscheidung ist noch vorläufig.

Das Ansinnen von Solarworld nach Strafzöllen führt bei der heimischen Solarindustrie auf ein geteiltes Echo. Einige deutsche Photovoltaik-Hersteller unterstützen die Forderung von Strafzöllen, während andere Unternehmen einen solchen Schritt nicht für erstrebenswert halten. Gerade auch mit Blick auf die Exportwirtschaft in Deutschland, die sich nicht nur auf Photovoltaik-Produkte beschränkt. Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe sagte dem „Deutschen Anleger Fernsehen“, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit von Solarworld angesichts von Strafzöllen verbessern könnte. "Insofern wäre es für Solarworld von Vorteil, wenn durch Zölle die Preise für die chinesischen Wettbewerbsprodukte steigen würden", sagte Feber. (Sandra Enkhardt)

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