Extentec legt Solarfabrik auf Eis
15. März 2010 | Politik und Gesellschaft, Märkte und TrendsDas bayerische Photovoltaik-Unternehmen hat seine Pläne für den Bau eines Dünnschichtmodul-Werks in Thüringen vorerst gestoppt. Grund seien die geplanten Einschnitte bei der Solarförderung, die auch der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) zum wiederholten Male kritisierte.

Die Extentec GmbH hat ihre Pläne für den Bau einer neuen Photovoltaik-Fabrik im südthüringischen Queienfeld auf Eis gelegt. Dies bestätigte das Thüringer Wirtschaftsministerium der photovoltaik. Grund sei die geplante Absenkung der Photovoltaik-Förderung, sagte Rainer Tölle, Geschäftsführer der Extentec GmbH, in verschiedenen Medienberichten. Es sei völlig unklar, ob das Werk gebaut werde. Ursprünglich wollte Extentec 48,8 Millionen Euro am Standort investieren und 140 Arbeitsplätze in dem Dünnschichtmodul-Werk schaffen. Offizieller Baubeginn war für Oktober 2009 geplant. Ab Anfang 2011 sollte in der Fabrik mit einer Jahreskapazität von 24 Megawatt Dünnschicht-Solarmodule produziert werden. Das Land Thüringen hatte bayerischen Photovoltaik-Unternehmen, das erst im Dezember 2008 gegründet wurde, Fördermittel in Höhe von 14,3 Millionen Euro zugesagt. Dieses Geld werde nun vorerst auch nicht ausgezahlt, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Erfurt. Es sei denn Extentec entschließe sich doch noch, das Werk zu bauen.
Erneute Kritik von Machnig
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) erneuerte überdies seine Kritik an den Photovoltaik-Kürzungsplänen der Bundesregierung. Er forderte die ostdeutschen Bundestagsabgeordneten auf, gegen die Reduzierung der Solarförderung zu stimmen. "Ein Nein zu diesen Plänen wäre ein wichtiger Schritt, um diese Rotstiftpolitik des Bundes bei den erneuerbaren Energien zu stoppen", erklärte Machnig. Die Solarwirtschaft in den neuen Bundesländern werde durch die außerplanmäßigen Einschnitte massiv gefährdet. Die ostdeutschen Abgeordneten seien nun gefragt, die industriellen Interessen ihrer Länder zu vertreten. (Sandra Enkhardt)
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