Hockenheim wird grüne Formel-1-Rennstrecke

21. Juli 2010 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Der Hockenheimring will erste grüne Formel-1-Rennstrecke der Welt werden. Zwei Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 925 Kilowatt sind jetzt ein sichtbares Bekenntnis zu regenerativen Energien.

Luftaufnahme der Photovoltaikanlage am Hockenheimring

Der Hockenheimring will mit Photovoltaik erste grüne Formel-1-Rennstrecke der Welt werden

Wie die Evolution der Antriebe im Rennsport weitergehen könnte, ist noch nicht entschieden: minimaler Spritverbrauch, alternative Treibstoffe, Brennstoffzellen? Jedenfalls wird auch in Zukunft die Jagd nach Schnelligkeit und Effizienz im Mittelpunkt stehen. Und dabei könnten die erneuerbaren Energien ausgesprochen nützlich sein. „Gerade im Rennsport, wo neben absoluter Geschwindigkeit immer auch der Ressourceneinsatz über Sieg und Niederlage entscheidet, ist das Interesse an alternativen oder zusätzlichen Wegen zur Energiegewinnung besonders groß“, sagt Karl-Josef Schmidt, der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH.
Sichtbares Zeichen für diesen Standpunkt sind zwei Photovoltaik-Anlagen, die gemeinsam auf dem Gelände rund eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren sollen. Entlang der Spitzkehre wurden auf 405 Metern Länge insgesamt 4.716 Solarmodule verbaut; die Anlage hat eine Nennleistung von 848,88 Kilowatt. Hinzu kommt eine Photovoltaik-Anlage mit 76,32 Kilowatt auf dem Dach des Motorsportmuseums. Damit besitzt Hockenheim aus Sicht der Betreiber die erste grüne Formel-1-Rennstrecke der Welt.
Die große Anlage, die auf einer carportähnlichen Überdachung installiert ist, soll künftig die Zuschauer vor Nässe schützen und rund 700 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr sparen – das entspricht laut Pressemitteilung etwa 6,5 Millionen gefahrenen Kilometern. „Der Hockenheimring steht von jeher für technischen Aufbruch und die Überwindung von Grenzen“, sagt Christoph Sälzler, Projektleiter bei der Wirsol Solar AG. Er hat die Anlage mit seiner Mannschaft realisiert und ist selbst Motorsport-Fan: „Dass der Ring nun auch bei der Einbindung erneuerbarer Energien ein Zeichen im internationalen Rennsport setzt, ist die konsequente Fortsetzung seiner Geschichte.“
Der Oberbürgermeister der Rennstadt Hockenheim, Dieter Gummer, sieht gleich doppelt positive Aspekte in der Solaranlage: Zum einen setze Hockenheim damit ein weithin sichtbares Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Zum anderen gehe es um ein attraktives Geschäft, denn die Stadtwerke Hockenheim und Wirsol sind gleichwertige Partner beim Betrieb der Anlage. Gummer: „Für uns ist diese Kooperation ein Projekt mit Modellcharakter: Wir leisten einen Beitrag zum Klimaschutz und lenken zeitgleich finanzielle Mittel in eine ökonomisch hochwertige Investition, von der wir uns ein gutes Geschäft erwarten.“ Ziel der Kooperation ist es, den Energieverbrauch des Hockenheimrings mittelfristig ausschließlich mit Sonnenenergie zu decken. (Petra Hannen)

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Bernd Leibbrand aus Schorndorf | http://www.ines-s.de

Freitag, 23.07.2010 17:34

Im Grunde genommen löbliches vorhaben - aber: hoffentlich kommt BP nicht auf die Idee auf ihren Bohrplattformen PV zu montieren um dem ganzen einen grünen Anstrich zu verpassen. Solange zum Zeitvertreib [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Bernd Leibbrand aus Schorndorf | http://www.ines-s.de

Freitag, 23.07.2010 17:34

Im Grunde genommen löbliches vorhaben - aber:
hoffentlich kommt BP nicht auf die Idee auf ihren Bohrplattformen PV zu montieren um dem ganzen einen grünen Anstrich zu verpassen.
Solange zum Zeitvertreib für Zuschauer und zur Gewinnmaximierung der Beteiligten Primärenergie vernichtet wird ist es wohl fragwürdig das Ganze mit grün in Verbindung zu bringen. Auch die Infrastruktur, die diesen Event erst ermöglicht müsste in dieser Bilanz auftauchen.

Wieso gibt es eigentlich keine Rennserie auf der Basis von E-Autos - dies würde doch die Entwicklung der Technologie vorwärts bringen. Schnelle E-Autos gibt es ja bereits, die sich auch bei der Beschleunigung hinter keinem Sportwagen verstecken brauchen. Gerade Ladetechnik und Speicherung könnten hier einem Stresstest unterzogen werden der für die Entwicklung der Technologie nur förderlich sein kann.

Zum Stichwort "Brennstoffzelle":
werde ich wohl nicht mehr erleben - scheint nur bei U-Booten finanzierbar zu sein.

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