Lieferprobleme werden noch anhalten
29. Dezember 2009 | Märkte und Trends, TopnewsDie photovoltaik hat sich in der Branche umgehört: Wie bewerten die Photovoltaik-Unternehmen die Marktaussichten für 2010? Einige Interviews veröffentlichen wir vorab online. Heute: Teil 3 - Großhändler.
Von wegen Winterpause: Fallende Preise und die angekündigte weitere Absenkung der Einspeisevergütung im kommenden Jahr lassen den Photovoltaik-Markt in Deutschland in ersten Hälfte 2010 weiter brummen. Aktuelles Zeichen hierfür sind die Lieferprobleme bei Wechselrichtern, die zumindest bis zum Ende des ersten Quartals anhalten dürften. Doch auch für das gesamte Jahr 2010 wird ein weiteres Marktwachstum erwartet, wie eine aktuelle Umfrage der photovoltaik quer durch die Branche ergab. Die befragten Installateure, Großhändler, Projektierer und Hersteller äußerten sich zu ihren Erwartungen in den Bereichen Auftragslage, deutscher Markt, Preise und Finanzierungssituation im Jahr 2010. Fast alle Unternehmen rechnen dabei mit einer Steigerung des Umsatzes von mindestens zehn bis fünfzehn Prozent. Manche gehen sogar von einer Umsatzverdoppelung im kommenden Jahr aus.
In der Januar-Ausgabe der photovoltaik (01/2010) können Sie den kompletten Marktausblick für Deutschland unter dem Titel „Zweite Weihnachten“ lesen. Vorab werden Sie auf unserer Webseite verschiedene Interviews zu diesem Thema finden.
Teil 1 - Hersteller: Hans-Thomas Fritzsche, Geschäftsführer der Sputnik Engineering GmbH
Teil 2 - Installateure : Helmut Godard, Geschäftsführer der Energossa GmbH
Teil 3 - Großhändler: Norbert Hahn, Vorstand Vertrieb der IBC Solar AG
Teil 4 - Projektierer: Raphael Krause, Vorstandsmitglied der Sinosol AG
Teil 5 - Analysten: Henning Wicht vom Marktforschungsinstitut isuppli
Teil 3 - Großhändler:
Fragen an Norbert Hahn, Vorstand Vertrieb der IBC Solar AG
Auftragslage: "Wir erwarten für das laufende Jahr einen Umsatz in Höhe
von circa 1,1 Milliarden Euro. In 2009 lagen wir bei circa 850 bis 900
Millionen. Den Verkauf können wir voraussichtlich von 300 auf 400
Megawatt steigern, vor allem das erste Halbjahr wird sehr stark. Danach
gibt es eine gewisse Beruhigung und Unsicherheit wegen der noch
ausstehenden Entscheidung über eine zusätzliche Degresssion."
Deutscher Markt: "Der deutsche Markt bleibt für uns dominierend. Doch
wir rechnen für dieses Jahr mit einer Erhöhung des Exportanteils von 10
auf 20 Prozent, vor allem in Europa. In Deutschland wird die Bedeutung
der Freilandanlagen eher zurückgehen. Je nachdem wie die Entscheidung
über die Degressionsabsenkung ausgeht, erwarten wir in Deutschland einen
Zubau von drei bis vier Gigawatt."
Preise: "Die Modul- und Anlagenpreise werden sich an der Absenkung der
Einspeisevergütung orientieren, vor allem bei Modulen im oberen
Preissegment, weil die Hersteller ja wissen, dass ansonsten die
Nachfrage einbricht. Für Preissenkungen für Billig-Module sehe ich
jedoch wenig Spielraum, weil hier sowieso schon mit Dumpingpreisen
operiert wird."
Lieferzeiten: "Bei guten Markenmodulen sind wir schon bis Ende Juni
ausverkauft. Ich sehe große Lieferprobleme und auch eine gewisse
Konkurrenz zwischen Hausdächern und Großprojekten. Bei Wechselrichtern
sind die Lieferprobleme noch dramatischer. Zudem sehe ich einen
Flaschenhals bei der Installation. Unsere Installationsbetriebe haben
vorne und hinten Probleme, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden."
Das Interview führte photovoltaik-Redakteur Hans-Christoph Neidlein.
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