Microsol will offenbar Solon übernehmen

20. Januar 2012 | Märkte und Trends, Topnews

Das insolvente Berliner Photovoltaik-Unternehmen scheint einen Investor gefunden zu haben. Microsol war bereits an einem Einstieg interessiert, bevor Solon Insolvenz beantragte.

Solon-Dachrundung

Ist Solon gerettet

Die Solon SE hat offenbar einen neuen Geldgeber gefunden. Nach der aktuellen Liste laufender Zusammenschlussverfahren des Bundeskartellamts ist am 18. Januar die Übernahme des Photovoltaik-Geschäfts von Solon durch die Mircosol Inc. angemeldet worden. Der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg wollte dies nicht kommentieren. Wenn eine Übernahme vertraglich abgeschlossen ist, würden wir dies sofort veröffentlichen, wie Christoph Möller auf Anfrage der photovoltaik erklärte. "Ab einer gewissen Größenordnung müssen Firmenübernahmen bekanntlich bei den Kartellbehörden angemeldet werden. Die tatsächliche Übernahme kann erst erfolgen, wenn die Kartellbehörden zugestimmt haben", so Möller weiter. Daher sei  bei solchen Investorenprozessen durchaus üblich, die Zustimmung zu beantragen, noch bevor ein Kaufvertrag abgeschlossen sei. Dabei gehe es darum, möglichst schnell nach einem Kaufvertragsabschluss die operative Führung in dem neuen Unternehmen übernehmen zu können. "Diese Beschleunigungsmöglichkeit steht (auch bei SOLON) jedem potenziellen Investor offen", erklärte Möller.

Der Konzern Microsol aus dem arabischen Emirat Fudschaira soll bereits vor der Insolvenz von Solon Interesse an einem Einstieg beim Berliner Photovoltaik-Unternehmen gehabt haben. Dies berichtete die „Financial Times Deutschland“ kurz nachdem Solon vorläufige Insolvenz beantragte. Allerdings scheiterte der Kauf damals am Widerstand der Banken. Ein Konsortium aus acht Banken hatte Solon ein Darlehen über 275 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, das zum Jahresende fällig wurde. Solon hat derzeit mehr als 400 Millionen Euro Schulden und konnte den Kredit nicht fristgerecht zurückzahlen. Daher beantragte der Berliner Photovoltaik-Hersteller am 13. Dezember 2011 schließlich Insolvenz. (Sandra Enkhardt)

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