Paul van Son soll Desertec-Chef werden

23. Oktober 2009 | Märkte und Trends, Topnews

Die an Desertec beteiligten Unternehmen haben sich einem Medienbericht zufolge auf einen niederländischen Energieexperten als Chef ihrer Planungsgesellschaft geeinigt. Sie soll bis 2012 einen Business-Plan für das gigantische Wüstenstrom-Projekt erarbeiten.

Karte mit Standorten zum Desertec-Projekt

Desertec plant den Bau von solarthermischen Kraftwerken in der Sahara in großem Stil

Der Niederländer Paul van Son soll das operative Geschäft der Desertec Industrial Initiative Planungsgesellschaft GmbH (DII) leiten. Dies berichtet das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die DII soll offiziell am kommenden Freitag gegründet und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ihre Aufgabe wird es sein, bis 2012 einen Business-Plan zu erarbeiten und auszuloten, ob das Vorhaben technisch und wirtschaftlich zu realisieren ist. Sitz des Unternehmens wird voraussichtlich München sein. Die bayerische Regierung habe sich sehr dafür eingesetzt, das prestigeträchtige Projekt in der Landeshauptstadt anzusiedeln, hieß es weiter. Eine offizielle Bestätigung für die Berufung van Sons und die Wahl Münchens gab es von den beteiligten Unternehmen jedoch nicht.
Van Son bekomme wahrscheinlich noch einen namhaften politischen Repräsentanten zur Seite gestellt, der die Arbeit in der Öffentlichkeit flankieren soll, hieß es in dem Artikel weiter. Der niederländische Energieexperte, der unter anderem das Deutschland-Geschäft des niederländischen Energieversorgers Essent aufgebaut hat, wird mit einem kleinen Team starten. Die Planungsgesellschaft wird aber auch das Netzwerk der beteiligten Unternehmen nutzen. Mitte Juli formierte sich die Initiative, an der mittlerweile rund 20 größtenteils deutsche Konzerne beteiligt sind.
Desertec will solarthermische Kraftwerke in der Sahara bauen und den Solarstrom über Trassen teilweise von Afrika nach Europa transportieren. Das geplante Investitionsvolumen schätzen Experten auf 400 Milliarden Euro. Der Erfolg des Unternehmens hängt neben wirtschaftlichen Faktoren stark davon ab, ob es politisch durchsetzbar ist. (Sandra Enkhardt)

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