Photovoltaik-Branche reagiert entsetzt

20. Januar 2010 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat am Mittwoch seine Vorstellungen über die Photovoltaik-Förderung präsentiert. Die „politische Hauruck-Aktion“hat eine Schockwelle bei Unternehmen und Verbänden der Solarbranche ausgelöst.

Photovoltaik-Freiflächenanlage in Lieberose

Vergütung für Solarstrom aus Freiflächen-Anlagen fällt ab Juli zwischen 15 und 25 Prozent

„Die kurzfristige und drastische Kürzung der Förderung durch das EEG wird deutlich negative Auswirkungen auf die deutsche Solarbranche haben“, erklärte Q-Cells-Vorstand Marko Schulz. Eine ähnliche Auffassung vertritt der Solarworld-Chef Frank Asbeck: „Die Absenkung ist zu hart und wird viele deutsche Untenehmen treffen, von denen einige ohnehin schon angeschlagen sind.“ Bei Q-Cells  heißt es weiter, dass eine verlässliche Planung von Projekten und Ausbauplänen durch eine solche „politische Hauruck-Aktion“ unmöglich gemacht werde. Dies verunsichere Investoren und schädige den Ruf der deutschen Industriepolitik. „Bei aller Bereitschaft der Photovoltaik-Branche, die Förderung möglichst rasch zu senken und Solarenergie wettbewerbsfähig zu machen: Es ist völlig unverständlich, zu diesem Zeitpunkt eine mit gemeinsamer Anstrengung aufgebaute, heimische Branche zu schädigen, die nach heftigen Turbulenzen durch die Finanzkrise und aggressive asiatische Konkurrenz gerade erst wieder Schwung genommen hat“, so Schulz weiter. Zudem widerspreche die Kürzung dem im Koalitionsvertrag formulierten Ziel, die erneuerbaren Energien zu stärken.
First Solar äußerte sich ebenfalls enttäuscht. „Die heute von Bundesminister Röttgen vorgestellten Pläne zur Solarförderung werden dazu beitragen, dass sich die Schere zwischen Aufdach- und Freiflächenvergütung für Solarenergie weiter auftut. Eine Schlechterstellung des ‚Billigmachers‘ Freifläche wäre aber genau das Gegenteil dessen, was die Bundesregierung mit der Förderanpassung bezwecken will und nicht im Sinne des Verbraucherschutzes“, sagte Stephan Hansen, Geschäftsführer der First Solar Deutschland GmbH. Röttgens Vorschlag könne dazu führen, dass die Anbieter ihre Aktivitäten auf die Dachfläche verlagern werden. Q-Cells will sich nach eigenen Angaben künftig stärker auf das internationale Geschäft konzentrieren. Hansen sieht einen „Korrekturbedarf im weiteren parlamentarischen Prozess“. Als positiven Aspekt der Beschlussvorlage hebt Asbeck die Regelung zum Eigenverbrauch. „Darin liegt die Zukunft der Solarenergie in Deutschland“, so der Solarworld-Chef.

Warnung vor Insolvenzwelle

Scharfe Kritik kommt auch vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Er „warnt eindringlich vor einer Insolvenzwelle in der Zukunftsbranche Photovoltaik und dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze“, sollten die Vorschläge von Röttgen umgesetzt werden. „Ein derart radikaler und plötzlicher Einschnitt beraubt deutsche Solarunternehmen der Geschäftsgrundlage. Es bleiben ihnen keine Investitionsspielräume, um im harten internationalen Wettbewerb zu bestehen“, sagte BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körnig.
Röttgen hatte am Mittag seine Pläne präsentiert. Demnach soll die Förderung von Dachanlagen zum 1. April und für Freiflächen-Anlagen zum 1. Juli um 15 Prozent sinken. Für Freilandanlagen auf „wertvollen Ackerflächen“ sei sogar eine Kürzung der Vergütung um 25 Prozent geplant. Künftig soll sich die jährliche Degression an der Marktwachstum orientieren, wobei die Zielmarke der Bundesregierung für 2010 bei 3000 Megawatt neu installierter Leistung festgelegt ist. (Sandra Enkhardt)

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Sherif Topal aus Fürstenfeldbruck | http://info@sunpower-shop.de

Sonntag, 24.01.2010 00:43

Falsch gefördert zu schnell belebt. Falsch gesenkt und schnell abgewürgt. Hätte man von Beginn an kleinere Anlagen bis 5Kw, 10kw, 20kw besser gefördert damit viele Kleine und unrentable Projekte ein [...]

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Kommentare 1 - 2 von 2

Sherif Topal aus Fürstenfeldbruck | http://info@sunpower-shop.de

Sonntag, 24.01.2010 00:43

Falsch gefördert zu schnell belebt. Falsch gesenkt und schnell abgewürgt. Hätte man von Beginn an kleinere Anlagen bis 5Kw, 10kw, 20kw besser gefördert damit viele Kleine und unrentable Projekte ein Chance haben und die breite Masse der Bevölkerung hauptsächlich davon profit schalgen, Sowie Anlagen 40kw, 100kw, 200kw, 400kw, 1000kw mäßig u. jährlich an die Herstellungskosten angepasst gefördert. Stünden wir jetzt weder vor einer auswuchernden unbezahlbaren Förderung noch wären wertvolle Anbauflächen mit Modulen zugeflaster obwohl unzählige sogar Süddächer ungenutz vor sich hin gammeln? Die falsche Senkung macht auch nicht vor den Dachanlagen halt. Was bitte kan man mit einem Dach sonst machen? Bodenanlagen, sind tatsächlich zu überlegen ob diese je sinnvoll waren. Während wo anders Menschen verhungern weil es an Anbauflächen fehlt leisten wir uns also den Luxus Energie mit Lebensmitteln in Konkurrenz zu setzen? Von diesem Gesetz haben hauptsächlich Großinvestoren profitiert. Jetzt ist man der Meinung das diese zuviel Geld bekommen hätten und straft die vielen kleinen unschuldigen mit. Denn an den vielen kleinen haben viel mehr Menschen gearbeitet, geplant verdient. Die Großen Anlagen wurden Massenabgewickelt. Wenn man große u. kleine Anlagen gleichermaßen stark reduziert halte ich es für absolut falsch. Denn für diese wurden wegen des hohen Aufwandes nahezu unrentable Preise verlangt. Langsam hätten sich auch diese rentiert, aber da nur Reiche subventioniert werden dürfen und diese Ihr Geld längst investiert haben u. von unserer Förderung gut leben entzieht man dem kleinen Mann die Rentabilitätsgrundlage als man sah das dieser auch langsam Geld verdienen konnte. Aber das ist im Verkehr auch so...Der Millionär zahlt die gleiche Strafe für zu schnell fahren oder bei roter Ampel gibt evtl. noch Trinkgeld, wobei ein Arbeiter oder Angestellter manchmal in seiner Existenz bedroht wird. Gerecht geht es wohl nirgends zu. Weder im Verkehr und schon gar nicht bei der Solarförderung, sonst hätte man kleinere Anlagen viel besser u. größere viel schlechter gefördert. Damit die, die Arbeiten und schaffen es leichter haben und es auch zu was bringen u. nicht immer nur die Reichen. Nur ein Hinweis, von den 5-10KW die sich der Durchschnitt hätte leisten können wäre auch keiner Reich geworden. Reich sind die mit den Megawattkraftwerken geworden u. das waren mal wieder Banken und Fons. Da diese all Ihr Geld längst angelegt haben, dreht man uns den Hahn zu. Schließlich sollen immer nur die Banken verdienen. Denn wenn der kleine Man, sein seit 15 Jahren super getilgte Hypothekendarlehen um 100€ nicht zahlen kann, kommt kein Staat u. gibt Ihm dies 100€ u. sagt nicht, was solls, wenns an den 100€ liegt, dann schütze ich das was Dein Lebenswerk ist. Aber wenn eine Bank 100 Milliarden nachweislich verzockt u. betrogen hat so rettet man diese Bank, die vielleicht wegen 100€, tausende u. millionen Einzelschicksaale ausgelöscht hat und das Ironie der Geschichte, mit den Geldern derer die, die gleichen Banken untergehen liesen. Das ist eine ganz tolle Gerechtigkeit u. ein tolles Volk, das sich das alles gefallen lässt. Bei soviel Dummheit fehlen mit ab jetzt die Worte sorry

Fritz Weber

Donnerstag, 21.01.2010 15:32

Die Politik der Schwarz-gelben Regierung ist bislang eine einzige Katastrophe. Vor allem die gelben Brüder(le) mit Ihrem korrupten Spendensystem beweisen wieder einmal, dass Sie nur der Atomlobby dienen! Alles Gerede unserer selbst ernannten Klimakanzlerin wird zur Makulatur! Von wegen Verlässlichkeit und Vertrauensschutz. Dieses durchsichtige Verhalten macht einer "Banenrepublik" alle Ehre. Pfui Teufel! Aber der Denkzettel kommt schon bei der nächsten Landtagswahl.

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