Photovoltaik-Kürzungen von mehr als 30 Prozent geplant
22. Februar 2012 | Politik und Gesellschaft, TopnewsNach ersten Medienberichten muss sich die Solarbranche auf harte und vorgezogene Einschnitte bei der Solarförderung einstellen. Außerdem soll die garantierte Vergütung auf 90 Prozent begrenzt werden. Am Donnerstag werden die Minister ihre Pläne offiziell vorstellen.
Bundesumwelt- und –wirtschaftsministerium haben sich nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters und dem „Handelsblatt Online“ auf Eckpunkte zur Solarförderung geeinigt. Die Photovoltaik-Einspeisevergütung soll für einzelne Anlagentypen um mehr als 30 Prozent sinken, wie die Medien mit Verweis auf Angaben aus Regierungs- und Branchenkreise berichten. So sei geplant, die eigentlich zum 1. Juli anstehende Kürzung der Einspeisevergütung auf den 1. April vorzuziehen. Zusätzlich solle sie noch mehr als die bislang wahrscheinlichen 15 Prozent betragen. Für kleine Photovoltaik-Dachanlagen sei eine Degression von 20 Prozent vorgesehen und für Solarparks von mehr als 30 Prozent, heißt es weiter. Reuters berichtet zudem, dass für mittelgroße Photovoltaik-Anlagen eine Kürzung von 25 Prozent geplant sei. Außerdem solle die garantierte Vergütung auf 90 Prozent begrenzt werden. Der darüber hinaus produzierte Solarstrom könne dann durch die Anlagenbetreiber selbst vermarktet werden. Damit werden die geplanten Einschnitte noch tiefer sein.
Offiziell werden Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ihre Pläne am Donnerstagmittag in Berlin vorstellen. In einer ersten Stellungnahme des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar )zeigte sich angesichts der Gerüchte über die Einigung der Minister – basierend auf den Medienberichten - besorgt. „Zusätzliche Einschnitte in der Größenordnung von 20-30 Prozent sind nicht verkraftbar und werden den Ausbau der Solarenergie ausbremsen. Vor dem Hintergrund der gerade erst beschlossenen Energiewende sind die Kürzungspläne ein Beweis dafür, dass die Regierung es mit dem Umbau auf Erneuerbare Energien nicht ernst meint.“
Der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell sagte angesichts der nun kursierenden Vorschläge zur Solarförderung: "Besonders kritisch wird von den Grünen bewertet, dass 10 Prozent des Solarstroms keine Vergütung mehr erhalten sollen. Dies ist der erste Schritt zum Ausstieg aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz." Außerdem würden mit den neuen Richtlinien gerade Freiflächenanlagen aus dem Markt gedrängt, die aber die niedrigsten Stromgestehungskosten haben. Außerdem fehlten Anreize, Photovoltaik-Anlagen besser ins Netz zu integrieren, sagte Fell weiter. (Sandra Enkhardt)
Kommentare
Klaus Harke aus Frankfurt
Mittwoch, 22.02.2012 22:23
Bitte präzisieren: 90 Prozent von was?
Frank Nielinger aus Dortmund
Mittwoch, 22.02.2012 18:20
Wie kurbel ich den Verbrauch von Erdöl und Ergas an? Man nehme Herr Rösler und Herr Rötgen!!
Bob Aloo aus Marzipan
Mittwoch, 22.02.2012 17:28
The cuts look manageable to me. Here's a price breakdown of a 12.3 kWp PV System from March 2010. Panels - 2.02 Euro/Watt Inverters - .33 Euro/Watt Racking - .156 Euro/Watt Cabling - .038 Euro/Watt Mechanical [...]
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