Q-Cells senkt Wachstumsprognose
09. Dezember 2008 | Märkte und Trends, TopnewsDer Solarkonzern senkt kurzfristig seine Prognosen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 wegen einer schwächeren Nachfrage und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Finanzkrise. Noch vor einer Woche hatte Q-Cells-Chef Anton Milner die Prognose bekräftigt.

Die Q-Cells SE hat ihre Prognose für das laufende Jahr überraschend gesenkt. Vor rund einer Woche hatte der Vorstandsvorsitzende Anton Milner noch die Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 bestätigt und lediglich den Konkurrenten auf dem Solarmarkt ein geringes Wachstum prophezeit. Wegen Unsicherheiten und einer schwächeren Marktnachfrage im Zusammenhang mit der Finanzkrise musste nun aber auch der Thalheimer Solarkonzern seine Wachstumsprognose kurzfristig nach unten korrigieren. Einige Kunden hätten in den vergangenen Tagen die Abnahme vereinbarter Mengen auf das kommende Jahr verschoben, heißt es in einer Mitteilung. Q-Cells könne die Produkte nicht kurzfristig anderweitig platzieren. Daher solle nun die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel genutzt werden, um Wartungsarbeiten vorzunehmen und Überstunden abzubauen.
Mittelfristig unverändert positiver Trend
Q-Cells rechnet zu Beginn des kommenden Jahres weiterhin mit einer schwachen Nachfrage. Spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2009 werde die Nachfrage auf dem Photovoltaik-Markt wieder steigen, hieß es weiter. Daher gehe Q-Cells mittelfristig von einem unverändert positiven Trend aus. Allerdings nahm das Unternehmen die Prognosen für das Geschäftsjahr 2009 ebenfalls zurück. So werde ein Produktionsvolumen zwischen 800 und 1000 Megawatt erwartet. Der Konzernumsatz soll demnach zwischen 1,75 und 2,25 Milliarden Euro liegen. Im kommenden Jahr wolle Q-Cells vor allem in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten für kristalline Solarzellen investieren sowie auf die Mehrheitsbeteiligungen im Dünnschichtsektor konzentrieren.
Für das Geschäftsjahr 2008 erwartet Q-Cells nun ein Produktionsvolumen von rund 570 Megawatt, zuvor war das Unternehmen von 585 Megawatt ausgegangen. Der Konzernumsatz wurde ebenfalls zurückgenommen und soll nun bei 1,225 statt 1,35 Milliarden Euro liegen. Q-Cells erwartet einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 205 Millionen Euro. Die Erwartungen lagen ursprünglich bei 260 Millionen Euro.
Solaraktien brechen ein
Die Aktien von Q-Cells brachen nach dem Absenken der Wachstumsprognose regelrecht ein. Das Unternehmen ist momentan der größte Verlierer im TecDax mit einem Abschlag von knapp 27 Prozent. Der Aktienkurs des Solarkonzerns lag am Nachmittag (15:30 Uhr) bei knapp 21 Euro. Im Sog von Q-Cell mussten auch die anderen Solarwerte im TecDax massive Einbußen hinnehmen. Die Papiere von Solarworld verzeichneten ein Minus von mehr als 8,5 Prozent. Verluste im zweistelligen Bereich verzeichneten Conergy und SMA, die damit ebenfalls zu den größten Verlierern des Tages an der Börse zählten.(SE)
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