Q-Cells weiter mit tiefroten Zahlen
12. November 2009 | Märkte und Trends, TopnewsDer Konzern aus Wolfen-Bitterfeld hat den Absatz seiner Photovoltaik-Module zwar im dritten Quartal steigern können, dennoch kämpft das Unternehmen weiter mit herben Verlusten. Ab Dezember wird Q-Cells 500 Stellen in der Produktion und Verwaltung abbauen.
Die Q-Cells SE hat im dritten Quartal seinen Absatz von Photovoltaik-Modulen an externe Kunden massiv gesteigert. Er sei gegenüber dem zweiten Quartal um 87 Prozent auf 103 Megawatt gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Weitere 21 Megawatt habe der Konzern an die eigene Projektgesellschaft Q-Cells International ausgeliefert. Der Umsatzerlös stieg für das Gesamtgeschäft gegenüber dem Vorquartal um 30 Prozent auf 184,1 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten habe Q-Cells damit 550.3 Millionen Euro erlöst. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 931,9 Millionen Euro. Gründe für den starken Rückgang seien der drastische Preisverfall für Solarzellen am internationalen Markt, hieß es weiter.
Q-Cells streicht 500 Stellen
Das Unternehmen berichtete auch über den Fortgang seines Maßnahmenpakets „Q-Cells Reloaded“, mit dessen Hilfe eine Neuausrichtung erfolgen soll. Es sei eine Einigung zwischen Konzernleitung und Betriebsrat erzielt worden, dass ab Dezember 500 Stellen in der Produktion und Verwaltung abgebaut werden. Dies solle sozialverträglich erfolgen. Daher werde es eine Transfergesellschaft, ein Härtefallfonds sowie Abfindungen geben, hieß es weiter.
Hohe Verluste
Besonders negativ auf das Q-Cells-Ergebnis wirken sich neben dem Preisverfall auch die Sondereffekte aus. Das EBIT-Ergebnis belaufe sich im dritten Quartal auf minus 163,8 Millionen Euro, wenn alle Sondereffekte wie die Aufwendungen aus der Stilllegung der älteren Produktionslinien am Standort Thalheim, die Restrukturierungskosten für den geplanten Personalabbau sowie Wertberichtigungen auf Vorräte und Beteiligungen einbezogen werden. Das Periodenergebnis liege im dritten Quartal bei minus 248,2 Millionen Euro, nach einem Verlust von 305 Millionen Euro in den drei Monaten davor. Insgesamt summiert sich der Verlust in den ersten neun Monaten 2009 auf 945,1 Millionen Euro, wie Q-Cells weiter mitteilte. Die ersten Erfolge aus dem mittelfristig angelegten Restrukturierungsprogamm für das Ergebnis erwarte das Unternehmen im ersten Quartal 2010. Zur Prognose für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich Q-Cells nicht. Der Aktienkurs des Unternehmens sank nach Bekanntgabe der Zahlen um etwa vier Prozent. Q-Cells gehörte damit zu den größten Verlierern im TecDax. (Sandra Enkhardt)
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