REC will 300.000 Solarmodule prüfen

03. Juli 2009 | Märkte und Trends, Topnews

Das norwegische Photovoltaik-Unternehmen muss wegen defekter Anschlussdosen wahrscheinlich seine komplette Modulproduktion aus dem vergangenen Jahr durchchecken. Die Kosten für die Kontrollen und Reparaturen schätzt REC auf etwa 40 Millionen Euro.

Solarmodul von REC

REC will 300.000 seiner Solarmodule überprüfen

REC Solar muss einem Medienbericht zufolge wegen defekter Anschlussdosen rund 300.000 Module überprüfen. Rund 100.000 davon sollen auf deutschen Dächern installiert sein. "Es besteht ein Risiko, dass die gesamte Produktion des Jahres 2008 betroffen ist", sagte REC-Vizechef John Andersen der Financial Times Deutschland (Freitagausgabe). Die defekten Anschlussdosen können unter Umständen zum Ausfall der Anlage führen oder diese in Brand setzen. Die Anschlussdosen von REC stammen der deutschen Firma Spelsberg. Nach Angaben von Andersen werden die Kontrollen und Reparaturen rund 40 Millionen Euro kosten. Da so viele Module durchgecheckt werden müssen, werden die Arbeiten voraussichtlich bis zum kommenden Jahr dauern.
REC hatte bereits im Februar eine Marktinformation veröffentlicht, in der auf eine Schwachstelle an den Anschlussdosen von Spelsberg aufmerksam gemacht wurde. Der deutsche Produzent wies damals jegliche Verantwortung zurück. Die Fehler seien erst im Verbauungsprozess bei REC entstanden, sagte ein Sprecher.
BP Solar drohe die zweite Rückrufaktion binnen zwei Jahren, heißt es in dem Artikel weiter. Mitte Juni war eine riesige Dachanlage in Bürstadt, die mit BP Solar-Modulen bestückt ist in Brand geraten. Die Ursache sei noch nicht endgültig geklärt, heißt es bei dem Photovoltaik-Hersteller. Bereits 2007 hatte BP die Boxen von rund 100.000 Solarmodule wegen Überhitzungsgefahr überprüfen und zum Teil auswechseln müssen.

TÜV Rheinland warnt vor Panikmache

Der TÜV Rheinland warnte im Zusammenhang mit dem Bericht über schadhafte Anschlussdosen vor einer Panikmache. Es bestehe kein Grund anzunehmen, dass alle Photovoltaik-Anlagen auf großen Dächern akut brandgefährdet seien. Die Experten des TÜV Rheinland gehen davon aus, dass ein Bündel von Mängeln, die sie bei Abnahmen von Anlagen feststellen, für Brände verantwortlich seien. In Bürstadt sei die Brandursache noch nicht annähernd geklärt. Die Beteiligten gingen sehr sensibel vor, hieß es weiter. Der TÜV Rheinland ist an den Ermittlungen beteiligt.(Sandra Enkhardt)

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