Rösler nun doch wieder für Deckel bei Photovoltaik

24. Januar 2012 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Der FDP-Wirtschaftsminister soll einen eigenen Vorschlag zu Solarförderung vorgelegt haben. Nach Medienberichten will er bis 2020 nur noch 9000 Megawatt neu installierte Photovoltaik-Leistung zulassen und eine schnelle drastische Einmalkürzung der Vergütung.

Umweltausschuss des Bundestages in Berlin

Am Mittwoch wird wohl die Entscheidung über die Solarförderung in einer Sitzung der Arbeitsgruppe Energie fallen

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) geht nach Medienberichten auf Konfrontationskurs mit Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Zunächst äußerte sich der Liberalen-Chef noch erstaunlich positiv, zu den Vorschlägen, die Röttgen gemeinsam mit Vertretern der Photovoltaik-Branche erarbeitet hat. Nun hat er sich aber doch wieder für eine Begrenzung des Photovoltaik-Zubaus in Deutschland ausgesprochen. Am Montag schickte er nach übereinstimmenden Berichten von „Handelsblatt“ und „Financial Times Deutschland“ einen Brief mit einem eigenen Plan für die Solarförderung an die Fraktionschefs von CDU, CSU und FDP.  Darin spricht er sich für drastische Einschnitte aus, wie es weiter hieß. Konkret wolle er den Photovoltaik-Zubau bis 2020 auf insgesamt 9000 Megawatt begrenzen, was einem jährlichen Deckel von einem Gigawatt gleichkommt. Außerdem sei es notwendig, die Photovoltaik-Einspeisetarife einmalig stark um 25 bis 32 Prozent abzusenken. Dies sollte so schnell wie möglich erfolgen, schreibt Rösler den Berichten zufolge weiter.

Der Antwortbrief von Rösler an die Fraktionschef vorbei am Umweltministerium stelle eine „außergewöhnliche Provokation“ dar, schreibt die „Financial Times Deutschland“. Ursprünglich sollten beide Minister gemeinsam Vorschläge vorlegen, wie die weitere Solarförderung aussehen und die EEG-Umlage stabil gehalten werden sollte. Rösler habe zudem in dem Brief angeregt, seinen "Formulierungsvorschlag kurzfristig aus der Mitte des Bundestags" einzubringen. Es bestehe "dringender Handlungsbedarf", die Kosten der Photovoltaik stärker zu begrenzen. "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss deshalb kurzfristig geändert werden. Jede Zeitverzögerung bringt einen hohen Photovoltaik-Zubau, der die Stromverbraucher über 20 Jahre belastet", heißt es in dem Röslers Schreiben laut „Handelsblatt“ weiter.

Röttgen und die Solarindustrie hatten sich bei ihrem Treffen am vergangenen Donnerstag auf mehrere unterjährige Kürzungen der Photovoltaik-Einspeisetarife verständigt. Allerdings sollte die Gesamthöhe der jährlichen Degression von 24 Prozent dabei unangetastet bleiben. Am morgigen Mittwoch wird nun wohl in der Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regierungsfraktionen die Entscheidung über die weitere Ausgestaltung der Solarförderung fallen. (Sandra Enkhardt)

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Udo Austermann aus Wadersloh

Dienstag, 24.01.2012 13:46

Ich wünsche ja Herrn Rösler persönlich nichts böses. Ich finde aber, so ein "Würgender Deckel" stände seinem Verein inzwischen auch ganz gut... Im Ernst: Es kann doch nicht sein, dass das Wirtschaftsministerium [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Udo Austermann aus Wadersloh

Dienstag, 24.01.2012 13:46

Ich wünsche ja Herrn Rösler persönlich nichts böses. Ich finde aber, so ein "Würgender Deckel" stände seinem Verein inzwischen auch ganz gut...

Im Ernst:
Es kann doch nicht sein, dass das Wirtschaftsministerium außerhalb seiner Zuständigkeit fordert, einen ganzen Wirtschaftszweig mit 100 Sachen ungebremst vor die Wand knallen zu lassen!?!

(...und alles nur aus verhandlungstaktischen Gründen?!?)

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