Röttgen und Machnig streiten über Solarförderung

04. Mai 2012 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Der Umweltminister hält nicht die Erneuerbaren für den Anstieg der Strompreise für verantwortlich, dennoch will er an den drastischen Einschnitten bei der Solarförderung festhalten. Thüringens Wirtschaftsminister fordert hingegen eine weniger starke Absenkung der Photovoltaik-Einspeisetarife.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler bei der Bundespressekonferenz

Röttgen will an den drastischen Einschnitten bei der Photovoltaik festhalten

„Strompreiserhöhungen haben mit der Energiewende nichts zu tun“, Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Die Argumentation vieler Energieversorger, die ihre Strompreiserhöhungen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland begründen, sei daher falsch. Überhaupt werde die ganze Diskussion ziemlich verzerrt. „„Denn der Börsenstrompreis ist heute auch dank immer mehr erneuerbarer Energien niedriger als vor Fukushima“, sagte Röttgen weiter. Er wies zugleich Vermutungen als spekulativ zurück, dass die Förderung der Erneuerbaren im kommenden Jahr zu Strompreissteigerungen führen werde. An den drastischen Einschnitten bei der Photovoltaik, wie sie der Bundestag Ende März verabschiedet hat, will Röttgen hingegen festhalten. „Um die Kosten zu begrenzen, ist die Kürzung der Solarförderung allerdings unverzichtbar.“

Dagegen hat Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) nun erneut Nachbesserungen bei der Solarförderung gefordert. Sein Land werde für die Anrufung eines Vermittlungsausschusses auf der Sitzung am 11. Mai in der Länderkammer votieren. Machnig kündigte an, eigene Vorschläge vorlegen zu wollen. Es gehe um eine Reform, die die Energiewende fördere und nicht die Solarbranche bedrohe, sagte er der dpa. Die geplanten Kürzungen bei den Photovoltaik-Einspeisetarifen seien von der Solarindustrie, die auch in Thüringen ein großer Arbeitgeber sei, nicht zu verkraften. Thüringen schlägt vor, die Kürzung der Solarförderung rückwirkend zum 1. April von bisher 24,43 Cent pro Kilowattstunde auf maximal 18,5 Cent pro Kilowatt zu begrenzen, so Machnig weiter. Die Bundesregierung hatte zum 1. April bereits massive Kürzungen vorgenommen. Zum 1. Mai sanken die Einspeisetarife nochmals um ein Prozent. Sie liegen momentan 19,31 Cent je Kilowattstunde für Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung und 13,37 Cent je Kilowattstunde für Anlagen zwischen einem und zehn Megawatt Leistung. (Sandra Enkhardt)

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA Bild zum Spamschutz  

Klaus Röggen aus Düsseldorf

Freitag, 04.05.2012 16:29

Der gesunkene Börsenstrompreis führt zu einer höherer EEG-Umlage ,da die Differenz zur Einspeisevergütung dadurch größer wird . Privatendverbraucher habe keine Möglichkeit Strom über die Börse [...]

Weiterlesen
Kommentare 1 - 1 von 1

Klaus Röggen aus Düsseldorf

Freitag, 04.05.2012 16:29

Der gesunkene Börsenstrompreis führt zu einer höherer EEG-Umlage ,da die Differenz zur Einspeisevergütung dadurch größer wird . Privatendverbraucher habe keine Möglichkeit Strom über die Börse zu beziehen. Darüber hinaus wird die EEG-Umlage für Private Endverbraucher noch mit Mehrwertsteuer belastet. Nach einer Meldung des Handelsballs vom 24.April, könnte die EEG-Umlage im kommenden Jahr um bis zu einem Drittel steigen . Einschließlich Mehrwertsteuer würden private Endverbraucher dann mit ca. 6 Cent pro KWh durch die fragwürdige Umlage der Förderung erneuerbaren Energien auf die Endverbraucher belastet, statt diese Gemeinschaftsaufgabe über Steuern zu finanzieren . All das scheint Röttgen unbekannt zu sein

Diesen Artikel teilen


Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Frage der Woche

Fühlen Sie sich von chinesischen Herstellern über mögliche Schutzzölle und die Auswirkungen ausreichend informiert?

Heft 05 / 2013

05 / 2013

Einmal mehr aufs Dach
Die Montage auf Schrägdächern erfordert Sorgfalt und Präzision.

Bestellen Sie dieses Heft

Copyright 2013 © Photovoltaik

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

Werden Sie jetzt Abokunde und lassen Sie sich die photovoltaik monatlich nach Hause liefern!