Situation bei Conergy verfahren

19. November 2010 | Märkte und Trends, Topnews

Die Rettung des Hamburger Photovoltaik-Unternehmens ist noch nicht gesichert. Gläubigerbanken und Hedge Fonds stehen sich einem Medienbericht zufolge unversöhnlich gegenüber.

Photovoltaik-Anlage von Conergy mit viel Himmel

Conergy muss weiter ums Überleben kämpfen

Die Conergy AG muss weiter um ihr Überleben bangen. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (Freitagausgabe) stehen sich die Gläubigerbanken um den Großaktionär Commerzbank und die Hedge-Fonds „momentan unversöhnlich gegenüber“. Allerdings müssen sich beide Seiten bis zum 21. Dezember auf eine gemeinsame Linie einigen. Ansonsten droht die Pleite des Hamburger Photovoltaik-Unternehmens. Aus Verhandlungskreisen verlautete allerdings dem Medienbericht zufolge, dass niemand Interesse an diesem Weg habe und eine Insolvenz daher unwahrscheinlich sei.

Conergy wurde vor gut einer Woche in einem Gutachten der Prüfgesellschaft PriceWaterhouseCooper (PWC) eine Überschuldung attestiert. Deshalb muss das Solarunternehmen nun seine Kredite über insgesamt 325 Millionen Euro neu ordnen. Während die Commerzbank und andere Geldinstitute eine Verlängerung der Kredite zu besseren Konditionen wollen, drängten die investierten Hedge-Fonds auf einen Schuldenerlass in Höhe von mehr als 50 Prozent sowie eine anschließende Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital. In den vergangenen Monaten hatte der einige Hedge-Fonds, darunter York Capital, und auch die Deutsche Bank Schulden anderer Gläubiger übernommen, wie es weiter hieß. Rund 40 Prozent des Kreditvolumens sollen demnach bei neuen Investoren sein. Sie könnten bei einer Umwandlung der Schulden in Aktien das Photovoltaik-Unternehmen dann möglicherweise kontrollieren. Die Banken sind deshalb auch gegen diesen Weg, da sie dann auf einen Großteil ihres Geldes verzichten müssten. Die Banken präferieren laut „Handelsblatt“ eine andere Lösung. Sie wollen die Kredite stunden oder in Mazzanine-Forderungen umwandeln. Dann müssten sie im Fall von Verlusten nicht bedient werden, die Verschuldung von Conergy würde zumindest formell sinken.

Conergys Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf zeigt sich dennoch optimistisch, dass eine Einigung fristgerecht erzielt wird. Allen Beteiligten sei klar, dass niemand von einer Insolvenz profitieren würde. (Sandra Enkhardt)

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA Bild zum Spamschutz  

Diesen Artikel teilen


Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Frage der Woche

Erwarten Sie eine grundlegende Überarbeitung der Solarförderung durch den Vermittlungsausschuss?

Aktuelle Photovoltaik-News auf Englisch

Heft 05 / 2012

05 / 2012

Mit voller Härte
Der Kahlschlag in der Solarbranche.

Bestellen Sie dieses Heft

Copyright 2012 © Photovoltaik

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

Werden Sie jetzt Abokunde und lassen Sie sich die photovoltaik monatlich nach Hause liefern!