SMA: Wechselrichter-Engpass spitzt sich zu

12. Mai 2010 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Photovoltaik-Wechselrichter bleiben weiter Mangelware. Die Liefersituation hat sich nach Angaben des führenden Herstellers SMA weiter zugespitzt.

Wechselrichter von SMA

Wechselrichter-Engpass hat sich ausgeweitet

In den vergangenen Wochen hat sich die Liefersituation bei Photovoltaik-Wechselrichtern weiter zugespitzt. „Die Folge der fehlenden Kapazitäten und des hieraus resultierenden Mangels an Elektronikkomponenten ist eine dramatische Verlängerung der Lieferzeiten dieser Bauteile, die neben anderen Industriezweigen besonders die Hersteller von Solar-Wechselrichtern derzeit mit aller Härte trifft“, heißt es in einer aktuellen Information des Herstellers SMA. Derzeit bestehe eine starke Verknappung von Halbleitern und elektronischen Bauteilen auf dem Weltmarkt. Daher könne SMA seine Produktionskapazitäten, die bis auf elf Gigawatt erhöht worden sind, nicht voll auslasten.
Lieferanten können Zusagen nicht halten
Aktuell hätten wichtige Lieferanten, insbesondere Halbleiterhersteller, mitgeteilt, dass sie die gemachten Zusagen für zusätzliche Liefermengen nicht einhalten könnten. Daraus ergebe sich für SMA das Problem, eigene Zusagen nicht einhalten zu können. Dies ist gerade angesichts der zusätzlichen Kürzung der Solarförderung zum 1. Juli dramatisch. SMA wolle sich allerdings um „Dispositionssicherheit“ bemühen und prüfen, welche Mengen der bestellten Photovoltaik-Wechselrichter noch lieferbar sein werden bis Ende Juni. „Dennoch werden wir aus heutiger Sicht leider nicht alle bis 30. Juni bestätigten Geräte pünktlich ausliefern können“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Zusätzlich führe der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) momentan Gespräche mit den Energieversorgungsunternehmen, um zu prüfen, ob ein Netzanschluss von bereits installierten Photovoltaik-Anlagen auch ohne Wechselrichter bis zum 30. Juni 2010 möglich ist, teilte SMA mit. Eine solche Vorgehensweise würde den Einsatz so genannter „Wander-Wechselrichter“ eindämmen und wirtschaftliche Schwierigkeiten für die Fachhandwerksbetriebe vermeiden. (Sandra Enkhardt)

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Manfred Thiemann aus Bochum

Mittwoch, 19.05.2010 12:53

Ich habe das Gefühl, dass es nicht viele gibt, die der Möglichkeit der „Anlagen-Inbetriebnahme“ ohne Wechselrichter kaum etwas Gutes abgewinnen können, bzw. sich Gedanken über die Folgen im zweiten [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Manfred Thiemann aus Bochum

Mittwoch, 19.05.2010 12:53

Ich habe das Gefühl, dass es nicht viele gibt, die der Möglichkeit der „Anlagen-Inbetriebnahme“ ohne Wechselrichter kaum etwas Gutes abgewinnen können, bzw.
sich Gedanken über die Folgen im zweiten Halbjahr machen.

Aus unserer Sicht wurde hier aus vereinzelten „Notfällen“, die dann sicherlich froh über diese Regelung waren, eine Masche gemacht, dessen Folgen im 2. Halbjahr nicht absehbar sind.

Mit der großen Frage, wann dann wohl die Wechselrichter für die Anlagen verfügbar sind, die für Juli, August und September zur Montage anstehen (sollen) und wo der Kunde sich wohl nicht darüber freuen wird, dass er überhaupt noch im zweiten Halbjahr einen Wechselrichter bekommt

Da kann ich zwar durchaus den Modulhersteller verstehen, der trotz des Engpasses bei den Wechselrichtern seine
Produktion ausgeliefert bekommt, kann mir aber weniger die Praxis bei den Installateuren vorstellen.

Ich habe bisher noch keine gute Lösung, wie man den ohnehin nicht einfacheren Verkauf fürs zweite Halbjahr ankurbeln kann, wenn man möglicherweise keine Aussicht hat vor September (?) die entsprechenden Wechselrichter zu bekommen.

Sicherlich kann man auch Kunden „überreden“, sich die Anlage zumindest im Juli/August schon mal aufs Dach montieren zu lassen, auch wenn die Anlage vielleicht erst im Sept. oder gar Okt. „Geld verdient“. Aber unsere Erfahrung zeigt, dass die Kunden dennoch schnell unzufrieden werden, wenn die ersten Raten des Kredites bereits getilgt werden oder die Nachbarn und Bekannten ständig fragen, wie denn die Anlage so läuft…

Es gilt hier nicht wirtschaftliche Schwierigkeiten der Fachhandwerksbetriebe zu vermeiden, wie Sandra Enkhardt schreibt, denn mit der gewünschten Regelung versuchen nur alle, in aller Schnelle, noch mehr zu verdienen, denn wenn es derzeit einem Fachbetrieb in der Solarbranche schlecht geht, hat dieser ohnehin etwas verkehrt gemacht.

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