Solarworld soll Dumpingklage bei EU eingereicht haben

25. Juli 2012 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Analysten berichten, dass der Bonner Solarkonzern nun auch in Europa Dumping- und Subventionstatbestände gegen die chinesische Photovoltaik-Konkurrenz prüfen lässt. Suntech wies die Dumpingbeschuldigungen umgehend zurück und kündigte eine umfassende Zusammenarbeit mit der EU an.

EU-Parlament in Brüssel

Brüssel muss nun entscheiden, ob es die Beschwerde verfolgt

Die europäischen Hersteller von Solarmodulen sollen nun unter Führung des Bonner Photovoltaik-Konzerns Solarworld eine Beschwerde bei der EU gegen die chinesischen Wettbewerber wegen unfairer Handelspraktiken eingereicht haben. Dabei sollen Anti-Dumping und –Subventionszölle geprüft werden, wie die Analysten von Jeffries berichten. Dies sei eindeutig negativ für die chinesischen Photovoltaik-Hersteller, da zu erwarten sei, dass der Fall nun vorangetrieben werden, so die Einschätzung weiter. Solarworld war mit einer ähnlichen Petition bereits in den USA erfolgreich. Das dort zuständige Handelsministerium hat bereits vorläufige Anti-Dumping und –Subventionszölle von bis zu 250 Prozent gegen chinesische Hersteller kristalliner Photovoltaik-Produkte verhängt. Im Oktober soll es eine endgültige Entscheidung in den USA geben. Ein ähnlicher Erfolg innerhalb der EU hätte für die chinesischen Firmen weitaus härtere Folgen, da sie auf den europäischen Photovoltaik-Märkten größere Mengen absetzen, so die Analysten von Jeffries. Zugleich sei es aber schwierigen in der EU einen vergleichbaren Erfolg wie in den USA zu erzielen, da die Gesetze für Dumping und Subventionen weitaus schärfer seien. Daher sei anzunehmen, dass die Strafzölle für chinesische Photovoltaik-Hersteller in Europa geringer ausfielen. Innerhalb der nächsten 45 Tage werde sich nun entscheiden, ob die Europäische Kommission die Ermittlungen offiziell aufnehme, was aber sehr wahrscheinlich der Fall sein werde, so die Jeffries-Analysten. Eine Anfrage bei Solarworld zu der Beschwerde blieb zunächst unbeantwortet.

Bei den chinesischen Herstellern stößt die Beschwerde natürlich auf wenig Verständnis. Als eines der ersten Photovoltaik-Unternehmen äußerte sich Suntech zu dem Fall. Suntech weist Solarworlds  Anschuldigungen zurück, dass es illegale Subventionen erhalten und in Europa seine Photovoltaik-Produkte zu Dumpingpreisen verkaufe habe. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller werde bei den Ermittlungen vollständig kooperieren. „Wir hoffen, dass die Europäische Kommission bei Ihren Erwägungen zu dem Ergebnis kommt, dass protektionistische Maßnahmen der europäischen Solarindustrie schaden und ein fehlgeleiteter Handelskrieg den Fortschritt von mehreren Jahren gefährden würde“, sagte Europachef Jerry Stokes. (Sandra Enkhardt)

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA Bild zum Spamschutz  

Zenon Zaglebiak aus Polen

Freitag, 27.07.2012 09:53

In letzten Zeit habe ich Zollgebuehren geprueft und als Einfuehrgebuer fuer chinesische PV-Module eine Tarife von "0" in Polen steht. Wollen wir wirklich ganze Europa in Thema Arbeitsplaetze zerstoeren? - [...]

Weiterlesen
Kommentare 1 - 1 von 1

Zenon Zaglebiak aus Polen

Freitag, 27.07.2012 09:53

In letzten Zeit habe ich Zollgebuehren geprueft und als Einfuehrgebuer fuer chinesische PV-Module eine Tarife von "0" in Polen steht.
Wollen wir wirklich ganze Europa in Thema Arbeitsplaetze zerstoeren?
- PV-Geschaeft verbraucht sehr viel Stromm und diese Strommkosten in China sind nicht Marktgerecht (hat jemand idese Kosten mit EU verglichen?),
- viele Geschaefte laufen ueber gmail oder hotmail-Firmen, die zwar Garantie von 25 Jahren geben, aber nur einige von denen ganze 20 Jahre auf dem Mart sind, um diese Garantie einzuhalten (dass kippt auch europeische Solargeschaeft um, weil europeische Firmen investieren fuer Qualitaet sehr viel),
- in Europa herrscht realle Finanzkontrolling, was realle Fertigungskosten abbildet und in China z.B. Gelaende kostet fast nichts, MA arbeiten 12-Stungen waehren 6 oder sogar 7 Tagen, Miete und andere Unterhaltungskosten sind auch mit EU nicht vergleichbar (in dieser Situation kann man leider europeische und chinesische Kosten auch nicht vergleichen, weil hier hersschen verschiedene Regeln),
- niemand kummert sich um Umwelt und in Europa wollen wir neue CO2 Tariffe einfuehren, was wiederum Fertigungskosten in Europa nach oben treiben wird,
- In China wasser kann man verschmutzen und in Europa muss man gleich hoehe Straffen zahlen (wiederum naechste Kostenfaktor).

Auf anderer Seite in viele Jugentliche konnen in EU keine Arbeit finden weil zu teuer ist, konnen kein eigenes Haus nicht bauen weil alles kostet in EU viel mehr als in China. Wohin geht eigenlich eunsere Europa?

Diesen Artikel teilen


Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Frage der Woche

Fühlen Sie sich von chinesischen Herstellern über mögliche Schutzzölle und die Auswirkungen ausreichend informiert?

Heft 05 / 2013

05 / 2013

Einmal mehr aufs Dach
Die Montage auf Schrägdächern erfordert Sorgfalt und Präzision.

Bestellen Sie dieses Heft

Copyright 2013 © Photovoltaik

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

Werden Sie jetzt Abokunde und lassen Sie sich die photovoltaik monatlich nach Hause liefern!