Solon beantragt Staatsbürgschaft

23. November 2009 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Das Photovoltaik-Unternehmen soll einem Medienbericht zufolge eine Staatsbürgschaft beantragt haben. Der Schuldenberg von Solon beläuft sich wegen anhaltend geringer Nachfrage auf knapp 400 Millionen Euro.

Photovoltaik-Anlage von Solon

Solon hat sich für 2010 bereits einige Großaufträge gesichert

Das Berliner Solarunternehmen Solon SE hat eine staatliche Bürgschaft in Höhe von 180 Millionen Euro aus dem Deutschlandfonds beantragt, wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet. Derzeit prüften das Bundeswirtschaftsministerium und die Fachressorts im Land Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern die Unterlagen. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium gebe es starke Sympathie für die Bürgschaft, wie es in dem Bericht weiter heißt. Zustimmung signalisierte demnach auch Mecklenburg-Vorpommern. Das Bundesland muss ebenfalls zustimmen, da Solon ein Werk in Greifswald betreibt. Nur das Land Berlin habe sich noch unschlüssig gezeigt. Während sich Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke) ebenfalls für die Staatshilfe aussprochen habe, äußerte der Referent von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) Bedenken. Die Entscheidung könnte in den kommenden Wochen fallen. Solon wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Tiefrote Zahlen

In der vergangenen Woche hatte Solon Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen verzeichnete dabei eine deutlich geringere Nachfrage nach Solartechnik als im Vorjahr. Allerdings sei eine Belebung des Photovoltaik-Marktes gegen Ende des dritten Quartals zu verzeichnen. Gleichzeitig machen Solon die weiter sinkenden Preise zu schaffen. Die Gesamtleistung ging nach Angaben des Unternehmens in den ersten neun Monaten 2009 um 68 Prozent auf 215,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. In ähnlichem Rahmen bewegte sich der Umsatz, der bei 218,4 Millionen Euro und damit 66 Prozent niedriger als im Vorjahr lag. In den ersten drei Quartalen verzeichnete Solon einen Verlust von 87 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Berliner Hersteller ein stark negatives Ergebnis. Die Nettoverschuldung des Unternehmens lag zum Ende des dritten Quartals bei 384,2 Millionen Euro. Das Unternehmen verhandelt derzeit nach eigenen Informationen mit seinen Kreditgebern, um bis Jahresende eine mittelfristige Finanzierung sicherzustellen. Die Verhandlungen sei weit fortgeschritten und könnten voraussichtlich bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Optimismus für 2010

Für das kommende Jahr ist Solon recht optimistisch. Das Unternehmen habe einige Photovoltaik-Großaufträge an Land ziehen können, die sich dann auch positiv auf das Geschäftsergebnis auswirken sollten. Erste Erfolge seien zudem durch das im zweiten Quartal eingeleitete Restrukturierungsprogramm zu verzeichnen. Es beinhalte strategische Maßnahmen und Projekte zur Verbesserung der Kostenstruktur. 2010 hofft die Solon-Führung, dass das Unternehmen zu einem zweistelligen Umsatzwachstum zurückkehrt und ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erreicht. (Sandra Enkhardt)

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