Solon schließt Modulwerk in Italien

09. Februar 2012 | Märkte und Trends, Topnews

Ein Strategiewechsel vom Modulhersteller zum Photovoltaik-Systemanbieter steht bei der italienischen Tochtergesellschaft des insolventen Unternehmens an. Für die 70 Mitarbeiter wird nach einer sozialverträglichen Lösung gesucht.

Solon-Dachanlage auf einem Logistikzentrum in Padua

In Italien hat Solon auch bereits mehrere Photovoltaik-Projekte realisiert

Das italienische Tochterunternehmen der Solon Gruppe soll künftig als Photovoltaik-Systemanbieter positioniert werden. Der Schwerpunkt von Solon S.p.A. werde auf die Planung, Entwicklung und Umsetzung schlüsselfertiger Photovoltaik-Anlagen sowie Ingenieurs-Dienstleistung und den Vertrieb von Solarmodulen verlagert, teilte die insolvente Berliner Muttergesellschaft Solon SE mit. Dieser Strategiewechsel sei Teil der Umstrukturierung des gesamten Photovoltaik-Unternehmens. Es solle angesichts des starken Konkurrenzdrucks aus Asien neu aufgestellt werden.

Die Modulfertigung in Italien soll im Zuge der Neuorientierung geschlossen werden. Die Produktion laufe aus und für die 70 Mitarbeiter werde nach einer „möglichst sozialverträglichen Lösung“ gesucht, hieß es weiter. Solon wolle sich bei der Produktion seiner Photovoltaik-Anwendungen künftig auf einen Standort konzentrieren. Derzeit würden dafür noch die Optionen geprüft.

In Deutschland musste Solon im Dezember einen Insolvenzantrag stellen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg befindet sich derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Investoren. Dazu soll auch der arabisch-indische Konzern Microsol gehören, der bereits beim Bundeskartellamt eine mögliche Übernahme von Solon prüfen lässt. Nach jüngsten Medienberichten sollen zwei konkrete Kaufangebote für das Berliner Photovoltaik-Unternehmen vorliegen. (Sandra Enkhardt)

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