Spanien plant Vergütungssätze für bestehende Photovoltaik-Anlagen um 30 Prozent zu kürzen

16. Juni 2010 | Topnews, Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft

Schock für Spaniens Photovoltaik-Branche: Die Regierung will die lukrativen Einspeisevergütung für Solarstrom aus dem Jahr 2007 rückwirkend um 30 Prozent kürzen. Die Verbände haben zwei Tage Zeit, um Gegenvorschläge zu unterbreiten.

Solarpark von Aleo Solar

Die Vergütungssätze für bestehende Solarparks sollen rückwirkend gekürzt werden

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: In einer kontrovers geführten Sitzung hat Spaniens Industrieministerium den anwesenden Branchenverbänden mitgteteilt, dass ab 1. Juli diesen Jahres die Vergütungssätze auch für bestehende Anlagen drastisch gekürzt werden. Das bestätigten am Mittwoch Quellen aus dem Umfeld der Verhandlungen.
Besonders betroffen sind demnach mehr als 2500 Megawatt an installierter Photovoltaik-Leistung, die unter dem großzügigen "Real Decreto 661/2007" gebaut wurden. Diese werden künftig entgegen der bestehenden Regelung 30 Prozent weniger an Vergütung erhalten. Wer unter den Vergütungssätze des "Real Decreto 1578/2008" ans Netz gegangen ist, bleibt verschont. Hier wurde bereits 2008, etwa bei Freiflächenanlagen, um 30 Prozent von 45 auf 32 Cent pro Kilowattstunde gekürzt.
Der Rasenmäher wird auch bei Neuanlagen angesetzt: Bei Freiflächenanlagen beträgt die Absenkung 45 Prozent, bei Aufdachanlagen 25 Prozent und kleineren Anlagen fünf Prozent. Ein letzter Hoffnungsschimmer bleibt: Das Ministerium hat den spanischen Branchenverbänden noch einmal 48 Stunden Zeit gegeben, das geplante Gesetz zu diskutieren und Gegenvorschläge zu unterbreiten. (Luis López)

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