Stadtverwaltung Bonn gegen Photovoltaik-Anlage
09. März 2009 | Politik und Gesellschaft, TopnewsAus Rentabilitätsgründen hat sich die Stadtverwaltung Bonn gegen den Bau einer Photovoltaik-Anlage an der Kennedybrücke ausgesprochen. Der Hauptausschuss wird am 19. März endgültig über den Bau der Anlage entscheiden.

Die Stadtverwaltung Bonn rät nach eingehender Prüfung von der Installation einer Photovoltaik-Anlage an der Kennedybrücke ab. Es sei zwar baulich möglich, wegen der langen Amortisationszeit sowie der hohen Kosten für die Wartung und den Unterhalt rechne sich die Photovoltaik-Anlage für die Stadt nicht, heißt es in der Stellungnahme. Für die Installation der Solarmodule müsste eine Sonderkonstruktion zwei Meter unterhalb des südlichen Fuß- und Radweges angebracht werden heißt es weiter.
Amortisationszeit von mehr als 30 Jahren
Insgesamt könnte auf der Länge von 394 Metern insgesamt 235 Module montiert werden, schreibt die Stadtverwaltung weiter. Die Kosten für die Anlage sowie die Montage werden auf etwa 397.000 Euro geschätzt. Bei den für Bonn angenommenen 847 Sonnenstunden jährlich würde die Anlage rund 37.000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren und damit einen Jahresertrag von 11.800 Euro erzielen. Demnach seien mehr als 30 Jahre Betriebszeit notwendig, damit sich die Photovoltaik-Anlage auf der Kennedybrücke amortisiere, so die Stadtverwaltung in ihrer Prüfung. Auch seien Wartung und Unterhalt der Anlage schwierig und kostspielig. Hinzu käme auch, dass der Solarstrom eine gewisse Distanz zum Übergabepunkt des Energieversorgers überwinden müsste, was mit erheblichen Verlusten verbunden sei. Nicht in der Rechnung erhalten seien die Kosten zur Sanierung und notwendigen Verbreiterung der Brücke.
Entscheidung liegt beim Hauptausschuss
Auch den Bau eines Wasserlaufkraftwerks an der Kennedybrücke lehnt die Stadtverwaltung aus Rentabilitätsgründen ab. Der Projektbeirat Kennedybrücke sowie der Bau- und Vergabeausschuss werden sich in ihren nächsten Sitzungen am 18. März mit dem Vorschlag auf Verzicht der Photovoltaik-Anlage beschäftigen. Die Entscheidung trifft anschließend der Hauptausschuss in seiner Sitzung am 19. März. Dieser hatte im Dezember 2007 die Stadtverwaltung mit der Prüfung beauftragt.(SE)
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