Startschuss für das Wüstenstromprojekt

13. Juli 2009 | Politik und Gesellschaft, Märkte und Trends, Topnews

In München trafen sich Vertreter von zwölf Unternehmen, um das Wüstenstrom-Projekt auf den Weg zu bringen. Lesen Sie im Folgenden einen Bericht direkt von der Unterzeichnung des "Memorandum of Understanding".

Solarthermisches Kraftwerk

Bis 2012 soll ein Businessplan für den Bau der solarthermischen Kraftwerke in der Sahara vorliegen

Sternstunde oder Himmelfahrtskommando? Der 13. Juli 2009 wird nach Überzeugung von Gerhard Knies, Aufsichtsratsvorsitzender der Desertec Foundation, zum historischen Datum: „Bis 2050 müssen wir zehn Milliarden Menschen mit sauberer, sicherer Energie versorgen. Jetzt haben wir einen ganz wichtigen Meilenstein auf dem Weg dahin erreicht.“
Heute haben sich im wunderschönen Jugendstilsaal der Münchener-Rück-Zentrale am Englischen Garten zwölf hochrangige Vertreter unter anderem von Siemens,  Deutsche Bank, Eon, RWE, Schott Solar und Solar Millenium getroffen, um ein „Memorandum of Understanding“ zur Gründung einer Planungsgesellschaft zu unterzeichnen. Diese hat die Aufgabe, die Errichtung zahlreicher Solarthermiekraftwerke in Nordafrika voranzutreiben. Bis 2012 soll ein Business Plan vorliegen: „Die Gesellschaft wird in den nächsten drei Jahren alle technischen, politisch-regulatorischen und finanziellen Fragen klären“, zeigt sich Torsten Jeworrek, Vorstand der Münchener Rück und einer der Haupttreiber der Initiative, optimistisch. Das Planungsbudget liegt bei angesichts der gewaltigen Aufgaben erstaunlich niedrigen 1,8 Millionen Euro pro Jahr – „ein Minimalbetrag, der sich mit der Ausweitung des Gesellschafterkreises noch erhöhen wird“, so Jeworrek. Dazu kommen Personalkosten, die einzelne Gesellschafter tragen. Wo die Planungsgruppe ihren Sitz haben wird, ist noch nicht entschieden: „Das kann auch im Ausland sein. Das wäre ein politisches Signal“, sagt Jeworrek. Ein Zeichen auch für den Willen, auf Augenhöhe mit den Partnern in Nordafrika und im Nahen Osten zusammenzuarbeiten.
Um Kolonialismus-Vorwürfen den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist zudem geplant, dass ein großer Teil des Stroms dort zur Verfügung stehen wird, wo er produziert wird – etwa zur Meerwasserentsalzung. Die restliche Energie soll ausreichen, um 15 Prozent des europäischen Strombedarfs zu decken. Dabei will die Initiative nicht nur auf Solarthermie setzen: „Wir sind technologieoffen. Concentrated Solar Power steht zwar im Vordergrund, aber auch die Photovoltaik wird ihren Raum im Gesamtkonzept haben“, sagt Gerhard Knies von der Desertec Foundation.(Ralph Diermann)

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