Thüringer Kompetenzzentrum eröffnet
27. April 2010 | Forschung und Entwicklung, Politik und Gesellschaft, TopnewsEine neue Ausbildungsstätte für Photovoltaik ist in Erfurt eingeweiht worden. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) bezeichnete das Zentrum als wichtigen Baustein für die Zukunftsbranche Solarindustrie im Land.

Das Thüringer Kompetenzzentrum für Hochtechnologie und Solarwirtschaft ist am Dienstag in Erfurt eingeweiht worden. „Die Solarindustrie ist eine Zukunftsbranche und sie soll auch in Thüringen eine gute Zukunft haben. Dafür brauchen wir qualifizierte Fachkräfte und ein Ausbildungsangebot auf hohem Niveau“, sagte Ministerpräsidentin Chistine Lieberknecht (CDU) zur Eröffnung. Mit dem Kompetenzzentrum solle die Technologie- und Marktführerschaft der heimischen Photovoltaik-Unternehmen erhalten und ausgebaut werden. Es werde helfen, den wachsenden Bedarf nach qualifizierten Fachkräften zu befriedigen.
Das neue Kompetenzzentrum entstand in gut einjähriger Bauzeit. Spatenstich war im Februar 2009. Die Investitionen belaufen sich dem Bildungswerk für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung Thüringen gGmbH (BWAW) auf etwa 10,5 Millionen Euro. Acht Millionen Euro der Gesamtsumme stammten aus Fördermitteln des Bundes und des Landes. In dem Kompetenzzentrum werden 25 Ausbildungsberufe angeboten. Insgesamt stehen nach Angaben des Betreibers BWAW 351 Plätze für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. Als besondere Ausstattung verfügt das Zentrum über vier Solarmodultestfelder.
Thüringen kämpft weiter gegen Kürzungen
Zur Einweihung waren auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) nach Erfurt gekommen. Lieberknecht begrüßte den Beschluss der Bundesregierung, die Photovoltaik in den kommenden Jahren mit 100 Millionen Euro zusätzlich zu fördern. Für die Thüringer Firmen eröffneten sich mit der „Innovationsallianz Photovoltaik“ in der Solarforschung neue Perspektiven. Zugleich kündigte Lieberknecht an, dass Thüringen weiter entschieden den Kürzungsplänen der Bundesregierung bei der Solarförderung entgegentreten werde. „Die geplanten Einschnitte würden diese Investitionen und Arbeitsplätze in Thüringen gefährden.“ Die Photovoltaik-Branche brauche verlässliche Rahmenbedingungen, so Lieberknecht weiter.
In Thüringen ist die Solarbranche stark vertreten. Etwa 50 Photovoltaik-Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren im Freistaat angesiedelt. Nach Aussage von Lieberknecht planen die Firmen bis 2013 Investitionen von rund einer Milliarde Euro im Land. Etwa 6000 Menschen arbeiten in Thüringen in der Solarbranche. (Sandra Enkhardt)
Kommentare
Direkt kommentieren
Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.
Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.
Am häufigsten gelesen
Röttgen und Rösler diskutieren Solarförderung
3210 viewsKreativer Widerstand gegen Rösler formiert sich
2690 viewsSpanien setzt Solarförderung komplett aus
2492 viewsRösler plant ein Solarausstiegsgesetz
2434 viewsQ-Cells einigt sich mit Anleihegläubiger
2328 viewsKartellamt genehmigt Übernahmen von Sunways und Conergy-Tochter
1989 viewsBayerns FDP gegen Röslers Photovoltaik-Deckel
1859 views
