Verbraucherschützer warnt vor teurem Solarstrom

27. Juli 2011 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Energieexperte Holger Krawinkel will die Kosten für die Energiewende begrenzen. Daher sollte die Politik nach seiner Ansicht stärker auf Windkraft als auf Photovoltaik setzen.

Solarpark von Belectric

Die Verbraucherschützer warnen vor zu hohen Kosten für die Energiewende

Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), warnt erneut vor zu hohen Kosten bei der politisch gewünschten Energiewende hin zu Erneuerbaren. "Wenn der Ausbau zu einem großen Teil durch Photovoltaik-Anlagen erfolgt, wird es extrem teuer", sagt Krawinkel in einem Interview dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Wenn man jedoch stärker auf Windräder an Land setze, könne das den Kostenanstieg erheblich dämpfen, so Krawinkel. Die Vergütung für Onshore-Windstrom komme den Großhandelspreisen an der Strombörse dagegen schon häufig recht nahe. Es würde ihn allerdings nicht überraschen, wenn sich schon im Herbst bei der Festlegung der EEG-Umlage für 2012 ein höherer Wert als 3,5 Cent pro kWh ergebe. 

Auf Dauer könne es daher keinen völlig ungebremsten Ausbau der erneuerbaren Energien geben, sagte der Verbraucherschützer weiter. Es müssten technologiebezogene Mengenziele definiert und geeignete Standorte gesucht werden. "Bund und Länder müssen hier stärker zusammenarbeiten", so seine Forderung. Er plädiert zudem dafür, die Einspeisevergütungen für Photovoltaik, Wind und Biomasse nach objektiven Kriterien festzulegen. Dies sollte künftig durch eine Behörde erfolgen und nicht mehr durch das Parlament. „Das damit verbundene politische Gezerre führt stets zu Kompromissen zulasten der Verbraucher und ist am Ende kostentreibend“, so Krawinkel weiter.

Die Verbraucherschützer hatten sich bereits in früheren Diskussionen über die Solarförderung für eine Begrenzung des Zubaus von Photovoltaik-Anlagen stark gemacht. Sie führen dabei immer wieder die über 20 Jahre entstehenden Kosten für die Verbraucher ins Feld. (Sandra Enkhardt)

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Christian Blome aus Flensburg

Freitag, 29.07.2011 23:27

Schade, dass hier die Bezeichnung "Energieexperte" kritiklos übernommen wurde. Ebenso hätte der "Verbraucherschützer" anders bezeichnet werden können. So, wie er ist, liest sich der Artikel wie eine [...]

Thorsten Adels aus Köln

Freitag, 29.07.2011 22:56

Schade das in Deutschland immer nur die großen unterstützt werden, so wird es bei den großen Windparks sein. Dann sind alle Kunden wieder von den großen abhängig.....hoffe nicht mit uns......

Helmuth Coqui aus Neubiberg

Freitag, 29.07.2011 17:45

Lieber Herr K., 1kW kostet etwa 2500 Euro und bringt etwa pro Jahr 1000 KW. Über 95% bleiben im Niederspannungsnetz und werden in der gleichen Sekunde für etwa 20 Cent an den Nachbarn verkauft. D.h. [...]

Dieter Lanze aus Butzbach

Donnerstag, 28.07.2011 12:10

Hat Herr K. vergessen, dass gerade der PV-Strom in der Mittagszeit die Stromkosten begrenzt? Will er nicht wahrhaben, dass die Energieversorger diese Kosteneinsparungen und die zu hohe EEG-Umlage zum Schaden [...]

Udo Austermann aus Wadersloh

Donnerstag, 28.07.2011 11:58

Um der einseitigen und kurzsichtigen Argumentation von Herrn Krawinkel und Co. bei der EEG-Debatte besser kontern zu können sollte man sich mal Gedanken darüber machen: . - welche unerwünschten Folgen [...]

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Kommentare 1 - 10 von 10

Christian Blome aus Flensburg

Freitag, 29.07.2011 23:27

Schade, dass hier die Bezeichnung "Energieexperte" kritiklos übernommen wurde. Ebenso hätte der "Verbraucherschützer" anders bezeichnet werden können. So, wie er ist, liest sich der Artikel wie eine vorbehaltlose Zustimmung zu den Thesen des Herrn Krawinkel.

Thorsten Adels aus Köln

Freitag, 29.07.2011 22:56

Schade das in Deutschland immer nur die großen unterstützt werden, so wird es bei den großen Windparks sein. Dann sind alle Kunden wieder von den großen abhängig.....hoffe nicht mit uns......

Helmuth Coqui aus Neubiberg

Freitag, 29.07.2011 17:45

Lieber Herr K.,
1kW kostet etwa 2500 Euro und bringt etwa pro Jahr 1000 KW.
Über 95% bleiben im Niederspannungsnetz und werden in der gleichen Sekunde für etwa 20 Cent an den Nachbarn verkauft.
D.h. der Endnetzbetreiber verkauft die KWh mit 8 Cent Verlust, die er aus der Umlage decken muss. Wenn die Photovoltaik etwa 2% erzeugt, heißt das die Kosten steigen durch Photovoltaik um 2% von 8 Cent oder 0,16 Cent. Oder max. um 0,2%.
Es fallen keine Kosten fürs Netz an.
wie kommen Sie auf die absurden Kosten?

Dieter Lanze aus Butzbach

Donnerstag, 28.07.2011 12:10

Hat Herr K. vergessen, dass gerade der PV-Strom in der Mittagszeit die Stromkosten begrenzt? Will er nicht wahrhaben, dass die Energieversorger diese Kosteneinsparungen und die zu hohe EEG-Umlage zum Schaden der Verbraucher widerrechtlich einbehalten? Was sind enn "objektive Kriterien" bei der von ihm geforderten Mengenbegrenzung - vielleicht solche, die RWE und Co. definieren? Mit derartiger Wortwahl sollte Herr K. vorsichtig sein, bezeugt er doch in seinem Interview wenig Objektivität, wenn er gegen allgemeine Erkenntnis argumentiert und - vielleicht wissentlich und gewollt(?) - die Interessen der Strom-Monopolisten schützt. Ich frage mich: welche Gegenleistungen erhält der VZBV an anderer, unauffälliger Stelle für derartige Gefälligkeiten?

Udo Austermann aus Wadersloh

Donnerstag, 28.07.2011 11:58

Um der einseitigen und kurzsichtigen Argumentation von Herrn Krawinkel und Co. bei der EEG-Debatte besser kontern zu können sollte man sich mal Gedanken darüber machen:
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- welche unerwünschten Folgen der für uns erst einmal positive "Merit-Order-Effekt" auf die Entwicklung der EE-Umlage haben könnte - und wie man diesen argumentativ am Besten begegnen kann!
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- das Merkels Entlastung der Wirtschaft von Ökosteuer und EE-Umlage die Haushaltstrompreise belasten wird - und wie man verhindert kann, dass dies von interessierter Seite mal wieder der PV in die Schuhe geschoben wird.
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- ob es sinnvoll sein könnte, sich in Zukunft stärker von der Offshore - Windkraft abzusetzen, da diese, sollte sie in großem Umfang einzuspeisen beginnen, bei der derzeitigen Vergütungshöhe massiv die Umlage treiben wird! (Sündenbock wird wie immer die PV sein!)
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Nicht zuletzt sollte sich der BSW in der Öffentlichkeit Pluspunkte sammeln und sich für die Abschaffung der Stromsteuer/Ökosteuer einsetzen - nach dem Motto "Umlage statt Ökosteuer". Der Fiskus käme auch dann (wie bisher schon) durch die direkte Mehrwertbesteuerung der Einspeisevergütungen nicht zu kurz!
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Nicht nur der Verband sollte sich in Zukunft um eine nachhaltigere Argumentation bemühen, die einem nicht nach kurzer Zeit wieder auf die Füße fällt.
Es reicht nicht im Moment Recht zu haben, man muss auch Recht behalten können!

Grüße

Jörg Behrschmidt aus Hamburg

Donnerstag, 28.07.2011 08:37

Herr Krawinkel zeigt sich, wie immer, als großer Lobbyist der großen Energieversorger und dies leider unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes. Dabei ist es ihm auch egal, wenn er sich dabei gegen die eigenen Mitglieder in Form des "Bund der Energiverbraucher" stellt. Welch Schelm, der Böses denkt!

Jochen Götzmann aus Duisburg

Donnerstag, 28.07.2011 08:13

...und wo bleibt die Antwort vom BSW.Dieser Verband arbeitet sowieso viel zu lasch!

Udo Austermann aus Wadersloh

Mittwoch, 27.07.2011 18:54

Wenn diesen Herbst die EEG-Umlage für 2012 tatsächlich angehoben werden muss, wird das ein heißes Tänzchen geben!
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Warum eigentlich? Ich dachte die EEG-Umlage sei schon für dieses Jahr zu hoch angesetzt worden und könne daher den Zuwachs an EE 2011/12 auffangen ohne vorerst weiter zu steigen!
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Der BSW wollte ja schon Verbrauchergutscheine wegen zu viel gezahlter Umlage ausgeben...

Wenn die "Anderen" mehr wissen als wir, halte ich mich demnächst bei der inzwischen ziemlich nervig gewordenen PV Pro/Contra - Debatte dezent zurück: ich habe keine Lust mehr mich mit meiner BSW - Argumentation andauernd in die Nesseln zu setzen!

Ralf Kleinknecht aus Freiberg

Mittwoch, 27.07.2011 16:32

Hilfe, wer schützt den Verbraucher vor dem Verbraucherschützer?
Super, der Herr Oberverbraucherschützer macht sich unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes als Geheimagent für die Interessen der 4 Energiemonopolisten stark.
Der Verbraucher soll denken, dass er im Sinne der Stromkunden agiert und klatsch womöglich Beifall. Im Endeeffekt wird durch diesen Bärendienst nur das Monopol von ENBW, RWE und KO zementiert. Die Energieversorgung muss dezentral erfolgen. Es muss jeder Bürger seine Energie selber produzieren dürfen und die überschüssige Energie zu den selben Kosten in Netz speisen dürfen wie das, was er den großen 4 Monopolisten bezahlen muss. Dann, und nur dann werden die Preise für Strom fallen. Schade, dass der Oberverbraucherschützer das weiß, aber entgegen seinem eigentlichen Auftrag - den Verbraucher zu schützen- den Monopolisten schützt, dieser „Verbraucherschädiger“!

Michael Stark aus Leipzig

Mittwoch, 27.07.2011 16:03

Wer schützt uns eigentlich vor den sogenannten "Verbraucherschützern" ? Wenn die Degression so bleibt wie heute, wird Photovoltaik in Großanlagen schon Ende nächsten Jahres auf dem Niveau der Erzeugerpreise für Offshore-Wind-Strom und nur wenige Jahre später auf dem Niveau von Kohlekraftwerken sein... jedoch nahezu ohne Folgekosten und ohne den Raubbau an Rohstoffen...unendlich viel saubere Energie! Doch wer will dann noch Kohle- oder Atomstrom kaufen? Die Verbraucherschützer natürlich !

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