Weiter Streit um Photovoltaik-Vergütung

12. Oktober 2009 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Der Bund der Energieverbraucher fordert, am bewährten erfolgreichen System der Förderung erneuerbarer Energien festzuhalten. Das RWI fordert indes eine Deckelung des Photovoltaik-Marktes.

nachgeführte PV-Anlage

Die künftige Photovoltaik-Förderung ist weiter umstritten

Der Bund der Energieverbraucher e.V. hat vor einer „überzogenen Absenkung“ der Vergütung für Photovoltaik-Anlagen gewarnt. Eine drastische Absenkung der Einspeisevergütung würde die gesamte Solarbranche „tödlich treffen“ und die Aufbauarbeit der vergangenen Jahre mit einem Schlag zunichte machen, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Die Zukunft der Photovoltaik-Branche wäre ungewiss. Die von den Verbrauchern gezahlten Milliardenbeiträge für den Aufbau der Photovoltaik-Industrie wären entwertet. Der Bund der Energieverbraucher fordert daher, am bewährten System der Förderung erneuerbarer Energie festzuhalten.
Es sei ein verantwortlicher Umgang der Politik mit der Situation notwendig, heißt es weiter. Die Preise für Photovoltaik-Anlagen seien stärker gesunken als die Produktionskosten der Hersteller. Diese gerieten dadurch immer mehr in finanzielle Probleme. In China seien bereits zwei Drittel der Photovoltaik-Firmen wieder vom Markt verschwunden, heißt es beim Bund der Energieverbraucher.
Das Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) schießt hingegen weiter gegen die Photovoltaik-Förderung. RWI-Energieexperte Manuel Frondel erneuerte seine Forderung nach einer massiven Kürzung der Photovoltaik-Förderung in der „Wirtschaftswoche“. Außerdem verlangte er, den Zubau von Solarstromanlagen zu deckeln. Er sollte vom kommenden Jahr an auf das Niveau von 2008 begrenzt werden, so Frondel. Bei einer Deckelung des Zubaus auf jährlich 1500 Megawatt würde sich die Photovoltaik-Förderung für bis 2013 installierte Anlagen auf 59,9 Milliarden Euro summieren. Bei einem gedeckelten Zubau von 1000 Megawatt lägen die Kosten bei insgesamt 53 Milliarden Euro, so die RWI-Rechnung. (Sandra Enkhardt)

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