Alles in allem eine tolle Messe & eine fantastische Erfahrung! :-)

12. Juni 2011 | Kai Broszio
Auf in eine grüne Zukunft

Auf in eine grüne Zukunft

Für mich - aus Sicht eines Berufseinsteigers in die Photovoltaik-Branche - war die Intersolar 2011 eine fantastische Chance die gesamte Bandbreite der Unternehmen in der Solarbranche an einem Ort versammelt kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und sich über das reichhaltige Angebot der Produkte, Trends in der Branche und über Stellen zu informieren. Die Atmosphäre war allgemein sehr hoffnungsvoll und ausgesprochen positiv, vor allem bei IBC solar (wie meine Bloggerkollegin Cornelia Daniel und Bloggerkollege Michael Becker ja auch schon berichteten), wo zur „Independence Party“ die Stimmung am Sieden war - und gleichzeitig auch in quasi jeder anderen Halle mindestens eine weitere große Standparty stattfand (die Partys bei SCHOTT Solar AG und Schüco waren auch sehr gut besucht!).

Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die mich nachdenklich stimmen. So hatte es mein Bloggerkollege Ingo Dedermann bereits angesprochen: es hat sich kein deutscher oder europäischer Politiker auf DER bedeutendsten Branchenmesse für Solarenergie blicken lassen. Wo war der Bundesumweltminister, der ja in letzter Zeit so sehr für den Atomausstieg eingesetzt hat? Oder unser EU-Kommissar für Energie, der mit seinem Besuch auch ein Zeichen auf europäischer Ebene zu diesem wichtigen Thema hätte setzten können? Gerade um ein europaweit koordiniertes Vorgehen in Richtung nachhaltiger Energieversorgung anzuschieben, wäre ein medienwirksamer Besuch auf der Intersolar 2011 genau zum jetzigen Zeitpunkt die perfekte Gelegenheit gewesen.

Da haben andere Länder die Zeichen der Zeit wohl eher erkannt. Indien schickt - obwohl selber Ausrichter einer Intersolar in diesem Jahr (14. – 16.12.2011 in Mumbai) - seinen Minister für Neue und Erneuerbare Energien Farooq Abdullah. In diesem Zusammenhang ist es von herausragender Bedeutung, der ganzen erneuerbaren Energienbranche klare Rahmenbedingungen zu geben und so Planungssicherheit für Investitionen in die Zukunft der nachhaltigen Energiewirtschaft zu gewährleisten. Vor allem die Forschung und Entwicklung ist in relativer Unsicherheit, da noch nicht sicher ist, wie es mit den der Brennelementesteuer weitergeht. Aus dieser Abgabe sollte die Forschung an erneuerbaren Energien und der langfristige Umstieg zur nachhaltigen Energiewirtschaft finanziert werden. Hier muss die Politik schnell ein deutliches Zeichen für die massive Förderung der neuen Energien abgeben, damit der technologische Vorsprung nicht noch schneller schrumpft.

China hat vorgemacht, wie mit gewaltigen Summen an zinslosen Krediten der rasche Aufbau einer riesigen Photovoltaik-Produktion gelingen kann. Auch wenn klar ist, dass Europa nicht mit den konkurrenzlos günstigen Produktionskosten in Asien mithalten kann. Es wird wohl zu einer Konsolidierung unter den deutschen und europäischen Zell- und Modulherstellern kommen. So müssen doch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass Forschung und Entwicklung auf technologischem Spitzenniveau möglich bleibt. Dazu gehört auch die Entwicklung passender Studiengänge an Universitäten und Hochschulen und deren Förderung. Nur so können die europäischen Hersteller der Photovoltaik-Produktionsanlagen ihre Marktführerschaft dauerhaft behalten und auf Wachstumskurs bleiben. Alles in allem, eine fantastische Erfahrung, die mich noch mehr für die PV-Industrie begeistert hat. Man sieht sich auf der nächsten Intersolar Europe!

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