War da nicht etwas mit „Triple Green“???
12. Juni 2011 | Kai BroszioRelativ wenig konnte man auf der Intersolar zu „Triple Green“, also zu Fragen der Umweltfreundlichkeit der Solarmodule in den Bereichen „Fertigung“, „Betrieb“ und „Entsorgung“, finden. Nur das Berliner Unternehmen Inventux (A2.480) warb offensiv (Werbespruch: „Naturally micromorph“) mit nachhaltig produzierten Photovoltaik-Modulen. Bei deren Produktion keine Giftstoffe (anderes als bei anderen Solarzellentypen, die beispielsweise Blei, Cadmium, Tellur oder Selen enthalten) verwendet werden, sparsam mit Rohstoffen (micromorphe Dünnschichttechnologie) umgegangen wird und wenig Energie (da keine Hochtemperaturschritte für die Technologie notwendig sind) eingesetzt werden muss. Darüber hinaus ist eine Entsorgung problemlos möglich, da die Module laut Hersteller 100% schadstofffrei (RoHS compliant) sind und somit als einfaches Bauglas gelten. Ein Recycling ist somit ohne aufwendige Prozesse möglich. Das alles zusammen führt zu einer geringen Energierückzahldauer bzw. einem größerem Erntefaktor (d.h. die Module erzeugen in kürzerer Zeit die Energie, die für ihre Herstellung notwendig war) und sorgt somit, in Verbindung mit nationalen Zulieferern (kurze Transportwege) zu einem niedrigen CO2-Foodprint (ökologischer Fußabdruck).
Also dreifach „grün“ – bei der Produktion, während der Stromerzeugung und nach dem Nutzungszeitraum. Ich hoffe, dass dieses Thema auch bei den anderen Herstellern mit höherer Priorität auf die Agenda kommt und so nicht leichtfertig eine Chance verpasst wird, die PV-Industrie endgültig zu einer vollständig „grünen“ Technologie zu machen. Die klassische Halbleiterindustrie hat sich dieser Herausforderung schließlich auch erfolgreich gestellt. Wäre doch gelacht, wenn die Photovoltaik-Industrie diese Gelegenheit verpasst!
Der Vollständigkeit halber muss man noch sagen, dass es natürlich auch einen Stand von PV Cycle (B3.456) , dem europäischen Industrieverband der Photovoltaik-Branche für die Rücknahme, fachgerechte Entsorgung und Recycling der schadstoffbelasteten Photovoltaik-Module. Dieser Ansatz macht die Photovoltaik aber erst „Double Green“, da hier nur die Stromerzeugung während der Lebensdauer und die Entsorgung „grün“ sind.
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Kommentare
Christian Giersch aus Bad Homburg | http://bio-schnaeppchen.de
Dienstag, 09.08.2011 20:32
Ich denke, dass das Thema "Tripple Green" noch weiter in den Vordergrund von den Betreibern rücken muss. Mir kommt es sogar so vor, dass viele Anbieter noch nie etwas davon gehört haben. Leider.

