Diskussionsforum zu Photovoltaik-Kürzungsplänen

Wir haben ein Spezial zu den geplanten Photovoltaik-Kürzungen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eingerichtet. Wir wollen damit Ihre Meinungen und Ansichten zum Thema erfahren. Auf dieser Seiten finden Sie außerdem Stellungnahmen aus der Branche, Artikel zum Thema sowie Downloads.

Ihre Meinung ist gefragt: Was halten Sie von dem Vorschlag von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), die Photovoltaik-Förderung demnächst um 15 bis 25 Prozent abzusenken? Geben Sie direkt Ihren Kommentar ein.

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Kommentare 1 - 5 von 21

Günter Haas aus Ingelheim

Freitag, 26.02.2010 14:34

Es ist wie immer in Deutschland, wenn eine Branche mal richtig gut funktioniert, bzw. anfängt richtig zu funktionieren, hängt sich die Politik wieder rein und zerstört jegliche Basis ohne Sinn und Verstand. Das in Deutschland jahrzehntelang Milliarden in den Kohlebergbau versenkt wurden hat seinerzeit niemanden gestört. Wenn die Einspeise-vergütung aus Steuergeldern bezahlt würde, könnte man die Politiker verstehen. Eines wurde mit der geplanten Änderung im Vorfeld erreicht; die Verbraucher sind so verunsichert, dass das gerade erwachte Interesse an erneuerbaren Energien wieder drastisch sinkt. Die Solarbranche als einer der Hauptarbeitgeber dürfte damit ebenfalls passè sein. Doch was wird aus den vielen Milliarden die von der deutschen Solarindustrie investiert wurden? Darüber hat sich die Politik wahrscheinlich keine Gedanken gemacht. Konsequenzen aus ihrem politischen Handeln haben diese Damen und Herren sowie nicht zu befürchten.

ECOS Büro für Stadtökologie GmbH aus Berlin

Freitag, 19.02.2010 21:59

Die Kürzungen sind v.a. zeitlich unverträglich und bar jeden Einblicks in die mit den Investitionen in den PV-Sektor verbudenen Abläufe : konkret werden damit zahllose unter andren ökonomischen Kriterien begonnene Projekte in nicht einkalkuliertes Risiko gestellt, der Staaat macht sich jetzt zum Anwalt krisenhafter Entwicklung und Anwendung im Bereich von Zukunftstechnologien in Deutschalnd. Zum Schaden privater aufstrebender Industrien, zum Schaden des Handwerks, zum Schaden des Konsumenten, zum Schaden des Zukunftsstandortes Deutschland. Und das im Umfeld aggressiver Marktpolitik anderer Länder (China, Indien), die Deutschland die technologische Führerschaft abringen wollen. Und der, der sie hat, bestimmt die Zukunftsmärkte.
Als Unternehmen der Projektentwicklung, das in anderen europäischen Ländern tätig ist, erfahren wir täglich gewisse Neidpositionen, wenn wir deutsche Produkte als die besseren vorschlagen. Wir können trotz Kosten mit dem Aspekt der Solidität und Nachhaltigkeit argumentieren, aber überall sind Konkurrenzprodukte auf dem Markt, die besser werden. Wenn der Heimatmarkt aufgrund des staatlich erzeugten Kostendrucks diese Vorteile wg. des Kostendrucks egalisiert, sind die auslänischen Produkte zumal auf ihren eigenen Märkten sofort im Vorteil, und unsere Anbieter brechen ein. Das ist eine einfache ökonomische Wahrheit, die sich Herr Roettgen hinter die Ohren schreiben sollte.
Zwietens, andere europäische oder aussereuropäische Länder bieten bessere Vergütungen oder bessere Absenkungen der Vergütung (Italien z.B. letzer Stand : Absenkung 15 % ab 2012, keine weitere Absenkungen). Eine solche staatliche Politik ist konkurrenzorientiert, d.h., man weiß in Italien, dass man so v.a. deutsches KnowHow im PV-Sektor absorbieren kann (v. d. Ansiedlung v. PV-Unternehmen angefangen, die ganze Kette herunter...).
Also Herr Roettgen, heraus aus dem Elfenbeinturm politischer Selbstinszenierung mit dem linken Auge nach rechts schauend, zum Schaden einer substantiell wichtigen deutschen Zukunftsindustrie !
Außerdem : wie kann man die Atomindustrie und -wirtschaft wiederum mit offenen Armen gleichzeitig sponseren, wohlwissend, dass nur eine Entmonopolisierung und Marktöffnung überhaupt eine nenneswerte Chance für regenerative und demokratisch verwaltete (z.B. kommunale Ebene) regenerative Energien schafft. Das wäre das eigentliche Zukunftsprojekt, das iv.a. auch den Konsumenten und Gewerbe/Indutrsie künftig entlastet. Also Schluß mit der Lobby- und Klientelpolitik zugunsten der Energiemonopole in unaserem Land !

Arnd Mosig aus Berlin

Dienstag, 02.02.2010 19:37

In der Fachpresse lese ich von einem Sollwert "Zubauvolumen pro Jahr", welcher Minister Röttgen im Vergleich zu Minister Gabriel von ca. 1,5 MW auf rund 3 MW verdoppelt habe. Ist also von deutscher Regierunsseite beabsichtigt, den Inlandsabsatz stagnieren zu lassen? Gerade in einer Situation, wo viele große Produktionsstätten für PV in Deutschland kürzlich erst in Gang gekommen sind? Verhalten sich verantwortliche Politiker in China, Japan, den USA und Südkorea ähnlich oder lachen die uns aus?

Andreas Stimpel aus Liebstadt | Webadresse

Dienstag, 02.02.2010 14:39

Auf die deutsche Regierung ist doch voll verlass?
Erst werden Unternehmer für neue Technologien begeistert und diese haben ordentlich investiert und dann gibt einen Tritt.Und im nächsten Moment wird über Steuerausfälle und Arbeitslosenzahlen geheult,genau von den Personen (Politiker genannt).
Wenn solche Senkungen stattfinden dann wird natürlich auf Billigmärkte ausgewichen oder es werden einfach die Baustellen abgesagt.Ich werde genau das in nächster Zeit erleben bei einem Bauvorhaben ich werde wieder berichten.Ich bin selbst Voltaikeinspeiser und nun hat wahrscheinlich die Regierung Angst dass wenn sich die Anlage Refinanziert hat der Einspeiser zu viel Geld verdient?

Jan Rybski aus Löcknitz

Sonntag, 31.01.2010 13:33

An alle, den das Wohlergehen Deustchlands am Herzen liegt.

In den striebigen Programmen fast allen demokratischen Parteien Deutschlands sieht man eine langfristige CO2-neutrale Energieversorgung im EU-Raum vor - mit einer Absenkung bis 2020, gegenüber 1990, um 30% angefangen. Dabei plädieren viele für die Beibehaltung der Energieversorung aus der regenerativen Quellen bei 20% bis zum 2020 (manche politische Mitstreiter gehen dabei – Viele ganz unrealistisch – weiter). Man ist jedoch dessen bewußt, daß ohne starke, politische und finanzielle Unterstützung ist dieses striebiges Ziel schwer, wenn überhaupt möglich, zu erreichen. Desweiteren spricht z.B. die FDP für Beibehaltung des EEGs (Erneuerbaren Energie Gesetzes), jedoch mit allzweijährliche Überprüfung, wobei „Fortschritte der jeweiligen Technologien sind Voraussetzzung für Beibehaltung der Förderung”.
Diese jeden Tag ja stattfindenden Fortschritte sind jedoch vor allem von der Industrie getragen und zu tragen. Diese kann sie jedoch nur dann sprunghaft, wie bis jetzt, machen, wenn es der Absatzvolumen der von ihr produzierenden Ware, zu rentablen, gewinnbringenden Preisen, erlauben wird. Nur dann kann die Forschung und (Weiter-)Entwicklung dort, bei der Industrie, betrieben werden. Diese Forschung und Entwicklung findet z.Z. in der Photovoltaikbranche besonders verstärkt statt, was sich selbst in dem Preis/Leistungs-Verhältnise des letzen 12 Monaten, in bezug vor allem auf Solarmodule, wiederspiegelt: Preisabsenkungen bis zu 50% mit gleichzeitiger dimmensen Effizienzentwicklung der Solarzellen. Gebe es nicht das EE-Gesetz, gäbe es nicht diesen Absatz, gäbe es folgerichtig nicht diesen Fortschritt. Deswegen die Idee der Überprüfung des EEGs ist schon vielleicht richtig, aber man soll ja nicht das Kind mit der Sole aus der Badewanne rausschmeißen. Man soll der Solarindustrie in Deutschland ein bißchen Zeit lassen, gerade bis zum Jahre 2020, dann wird sie sicherlich den Ekostrom aus der Sonne zu den freimarktwirtschaftlich konkurenzfähigen Preisen liefern können.

UND WAS IST NUN AM 20.01.2010 PASSIERT???!!!

Der UMWELTMINISTER!!! schlägt einen Plan vor, was dieser mühsam und mit viel wissenschaftlichem und Investitionseinsatz aufgebauten Industriebranche die wichtigste (Über-)Lebensexistenzgrundlage, d.h. EEG in der Fassung vom 25.10.2008, soweit ändert, dass das Überleben dieser gefährdet ist, insbesonders in Hinsicht auf immer stäker werdende asiatische Konkurrenz. Ich glaube nicht, daß die unvermeindliche Konsequenzen dieser Pläne des Ministers Röttgens im Interesse Deutschlands liegen können. Ich glaube auch, man soll sich nicht von dem populistischen Aktionismus des Umweltminsters, sicherlich mit Absprache mit seinem nach Sparmaßnahmen händeringenden Parteikollegen, Herrn Finanzminister Dr. Schäuble, irren zu lassen.
Der gesellschaftlich-wirtschaftliche Kern Deutschlands ist die Mittelschicht. Und diese Mittelschicht in ihrer überwiegenden Mehrheit hat dazu gebracht, das Wohneigentum, spricht ein Eigenhaus zu schaffen. Ein Eigenhaus bedeutet eine mal kleinere mal größere Dachfläche und die ganzen und alle Vorteile, die den Aufbau einer Photovoltaikanlage dadrauf mit sich bringt. Nun will man den Kern der Gesellschaft um die Möglichkeit der dritten Rente aus dem Dach der zweiten Rente bringen oder zum Kauf billiger und qualitativ ausstehender und Effizienz fragwürdiger asiatischen Ware zwingen. Solch starke Minderung der Fördersätzen nach EEG in der am 20.01.2010 vorgelegten Fassung, bedeutet auch eindeutig und fast direkt die Stärkung der Atom- und Fossilenenergie-Lobby, weil das Umsteigen auf regenerative Energieeigenversorgung wirtschaftlich erschwert, wenn gar nicht sinnlos gemacht wird.

Ich glaube nicht, daß Deutschland solchen Weg befürworten soll. Ich rechne stark damit, daß der Wirtschaftsminister die Stimme der (Solar)Wirtschaft sprechen wird und nicht die Stimme der kurzsichtigen Buchhalter, die gerade an dem absolut falschen Ende versuchen zu sparen. Anstatt z.B. Aber-Miliarden von Euro in ein wirtschaftlich und fianziell zu wahrem Wahnsinn gewordenen Flugzeugprojekt zu stecken, sollte man lieber über die Zukunft unsers Planets, über die Zukunft Deutschlands ernsthaft nachdenken und die zarten Anfangsversuche, diese Zukunft irgendwie mit absolut fortschrittlicher Technologie zu sichern, mit aller Kraft zu unterstützen, anstatt im Keim erwürgen zu lassen.

Und was wollen alle diese Politiker den allen Handwerker, die von der Solarenergie immer stärker profitieren; was wollen sie den all diesen hochqualifizierten Solarindustriemitarbeitern - den immer gesagt wurde: eure Arbeitplätze, da eben so zukunftorientiert, sind sicher; was wollen sie den all diesen Solarfirmeneigentümer, die allesamt in kürze ihre Lebensgrundlage und bis jetzt so sicher erscheinenden Jobs verlieren werden, sagen .... Wollen sie wirklich die Zukunft unseres Planets, die Zukunft Europas, die Zukunft Deutschlands und hier lebenden Menschen sichern oder wollen sie von dieser, wegen eines 2 Miliarden-Ersparnises (was ist das gegen 82 Miliarden vorgeplanten Neuschulden) Abstand nehmen? Dann müßen sie den Wählern klipp und klar auch sagen: wir haben euch, unsere liebe Wählerinnen und Wähler mit unserer zukunftorientierten Umweltpolitik und Umweltprogrammen vorgetäuscht und verschaukelt.... Wollen sie es wirklich?....

Ich rechne stark damit, daß Viele meine Position zu diesem Thema, im wohlgemeinten Interesse nicht nur der deutschen Solarwirtschaft und allen diesen, die von der Solarenergieumsätzung schon jetzt profitieren, aber im Interesse Deutschlands teilen werden können, und daß diese Meinung in vielen Kreisen tragbar wird. Es ist auch an der Zeit, daß der Bundespräsident Deutschlands, Herr Horst Köhler ein klares Wort zu der regenerativen Energie und Chancen, die sie für die Entwicklung dieses wunderbares Landes mit sich trägt, sagt. Eine Umweltrunde um ihm zu diesem Thema wäre also höchst akut. Ich bin ziemlich sicher, daß die Vertreter der Solarwirtschaft geren dabei sein werden.

Jan Rybski
Wirtschaftsberatung seit 1984

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Stellungnahmen aus der Branche

Einige Unternehmen haben uns erlaubt, Ihre Meinung zum Thema zum Download auf unserer Seite zu veröffentlichen.

Schletter GmbH

mp-tec GmbH & Co.KG

Protestschreiben von Handwerksunternehmen der Solarbranche (Kunden der mp-tec GmbH & Co.KG)

Offener Brief der relatio Unternehmensgruppe

Deutsche Umwelthilfe e.V.

SOLARWATT AG

Solarvalley Mitteldeutschland e.V. (Novellierung des EEG: Position der PV-Industrie in Mitteldeutschland, Brandenburg und Berlin)

Kurzstellungnahme KACO new energy GmbH

photovoltaik (02/2010): Bittere Zahlenspiele

Resolution der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen (ABSI)

Appell vom Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

Statement der IBC SOLAR AG

Stellungnahme ecostream

 

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FDP will Anwalt ostdeutscher Interessen sein

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Downloads

"Eckpunkte der künftigen Photovoltaik-Vergütung im EEG" (Quelle: BMU)

Schlusserklärung zum SOLARGIPFEL OST (Quelle: IMG Sachsen-Anhalt)