photovoltaik Ausgabe: 09-2018

Einfach nur einlegen


Wer für seine Aufdachanlage eine ästhetische Lösung sucht, ist mit dem Einlegesystem richtig. Damit wird eine homogene Fläche möglich.

Wer für seine Aufdachanlage eine ästhetische Lösung sucht, ist mit dem Einlegesystem richtig. Damit wird eine homogene Fläche möglich.

Schrägdächer — Immer mehr Hauseigentümer suchen nach ästhetischen Lösungen. Mit den neuen Montagesystemen können Handwerker ihnen die passenden Gestelle anbieten. Sven Ullrich

Inhaltsübersicht

  1. Einfach nur einlegen
  2. Sifatec

Immer mehr Hauseigentümer wollen eine Solaranlage, die schön aussieht. Zehn oder 15 Module, irgendwie auf das Dach gebaut, stören nicht selten das optische Erscheinungsbild des Gebäudes. In der Regel ist dann eine Indachanlage die Lösung der Wahl. Doch das lohnt sich bei Bestandsdächern selten, wenn sie nicht ohnehin saniert werden müssen. Um dennoch eine ästhetische Lösung zu bieten, haben einige Anbieter Einlegesysteme im Portfolio. Auf der Intersolar sind drei dazugekommen: IBC Solar, K2 Systems und Ernst Schweizer.

Im Kreuzverbund montiert

Beim Einlegesystem werden die Module nicht mit Klemmen an den Montageschienen befestigt. Vielmehr legt der Handwerker die Paneele, wie der Name schon sagt, in ein spezielles U-Profil, die Einlegeschiene, ein. Das gesamte System besteht aus einer Dachanbindung wie einem Dachhaken, an den senkrecht die gängigen Montageschienen befestigt werden. Danach bringt der Installateur waagerecht mit einem Kreuzverbinder die U-Profile an – pro Modulreihe jeweils zwei.

Die Module werden dann von unten in das obere der beiden Profile geschoben. Der Handwerker lässt im Anschluss das Modul in das untere U-Profil ein paar Millimeter nach unten gleiten. Auf diese Weise ist das Paneel zwischen den beiden Profile fixiert, ohne dass auch nur eine Modulklemme zum Einsatz kommen muss. Sollen mehrere Modulreihen auf dem Dach installiert werden, verwendet der Installateur doppelte U-Profile als Mittelschiene. Die nach unten zeigende Öffnung dient als obere Halterung für das Modul. Die nach oben zeigende Öffnung ist die untere Führung für das Modul darüber.

Keine Modulklemmen mehr

Die Einlegeschiene verblendet einen Teil des Modulrahmens und es entsteht eine geschlossene Modulfläche. Keine Modulklemmen stören mehr den optischen Eindruck. „Wenn der Kunde auf ein homogenes Erscheinungsbild Wert legt und kein Indachsystem verwendet, ist das Einlegesystem das Mittel der Wahl“, sagt Helge Hartwig, Vertriebsleiter der Ernst Schweizer AG.

Damit die Module auch gut in diesen Einlegeschienen fixiert sind, müssen sie auf die Rahmenhöhe der Paneele ausgelegt sein. „Wir decken erst einmal für unsere wichtigsten Kunden zwei Modulrahmenhöhen ab“, sagt Helge Hartwig. „Wenn sich der Absatz solcher Systeme entwickelt und andere Rahmenhöhen nachgefragt werden, können wir schnell darauf reagieren und weitere Einlegeschienen auf den Markt bringen.“

Alle Rahmenhöhen abgedeckt

IBC Solar hat diese Herausforderung mit einer Adapterschiene gemeistert. Die Franken haben nur eine einzige Einlegeschiene entwickelt, die gleichzeitig als Rand- und als Mittelschiene dient. Wenn sie als unterer oder oberer Abschluss verwendet wird, klickt der Handwerker in die nicht benötigte Seite eine Abschlussblende aus Aluminium ein. Im Inneren des U-Profils sind mehrere Vertiefungen eingepresst – für jede gängige Rahmenhöhe eine.

In diese wird ein schmales Metallprofil eingeschoben. „Dadurch kann der Handwerker fünf Rahmenhöhen zwischen 30 und 40 Millimetern abdecken und damit alle am Markt erhältlichen Module mit Rahmenhöhen von 21, 33, 35, 38 und 40 Millimetern mit nur einer Einlegeschiene verbauen“, erklärt Sebastian Geier von IBC Solar.

Auf der ganzen Breite geklemmt

Das Einlegesystem hat eine ganze Reihe von Vorteilen. „Im Vergleich zum normalen Kreuzschienenverbund ist das Einlegesystem bereits etwas stabiler“, sagt Helge Hartwig. Doch da die Einlegeschienen die Module über die gesamte Rahmenbreite halten und nicht wie bei der Modulklemme nur punktuell fixieren, erreicht man eine höhere Stabilität der Module. Sie werden mechanisch weniger belastet. Das verringert die Gefahr, dass das Modulglas bricht, auch bei höheren Wind- und Schneelasten.

Auch die Montage kann mit dem Einlegesystem schneller gehen. Denn das Gestell ist fast genauso schnell aufgebaut wie ein herkömmlicher Kreuzverbund. Allerdings verlangt die Installation der Einlegeschiene mehr Präzision als eine normale Montageschiene im Kreuzverbund, die vor allem bei der horizontalen Installation der Module verwendet wird. Diese muss vor allem waagerecht sein, damit die Anlage nicht schief auf dem Dach liegt.

Schneller aufgebaut

Die Einlegeschienen müssen zusätzlich noch alle in einem definierten Abstand zueinander montiert werden. Der wird wiederum von der Länge oder Breite der Module vorgegeben – alle Einlegesysteme eignen sich zur vertikalen und horizontalen Modulmontage. „Doch wenn der Handwerker eine entsprechende Montagelehre nutzt, die er vorher auf die Modulhöhe oder Modulbreite einstellt, kann er das Einlegesystem mindestens genauso schnell installieren wie ein klassisches Montagegestell“, erklärt Sebastian Geier von IBC Solar. Er geht davon aus, dass der Aufbau des Einlegesystems dadurch sogar noch schneller gehen kann als die Montage eines herkömmlichen Kreuzverbundes.

Zusätzlich spart sich der Installateur die aufwendige Montage mittels Modulklemmen. „Denn die Module werden nur eingeschoben, und ohne Modulklemmen geht die Modulmontage selbst viel schneller“, sagt Marco Stifel, Produktmanager bei K2 Systems. Das spart viel Zeit bei der Installation, was vor allem wichtig in Märkten ist, in denen die Arbeitskosten hoch sind.

Auch in Schwarz erhältlich

Der Hersteller aus dem schwäbischen Renningen ist der dritte Anbieter, der ein solches System auf der diesjährigen Intersolar präsentiert hat. Die Einlegeschiene wurde zusammen mit dem Solarteam aus Udligenswil in der Schweiz entwickelt. „Kombiniert wird die Einlegeschiene mit der bewährten Solidrail als Tragschiene, die wiederum mit unseren Dachhaken kompatibel ist“, sagt Marco Stifel. Auf diesem wird die Einlegeschiene befestigt, die K2 Systems mit einer Länge von 5,10 Metern ausliefert.

Die Aluminiumschiene ist auch schwarz eloxiert verfügbar, was unter anderem in der Schweiz stark nachgefragt wird. Diese schwarz eloxierte Version hat K2 Systems aber auch schon bei einem Projekt in Süddeutschland verwendet.

Damit sind die Zielmärkte abgesteckt: Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Aber auch in Regionen mit viel Schnee wie Skandinavien sind die Einlegesysteme gut geeignet, da wir mit dem Kreuzschienenverbund eine hohe Stabilität ins System bekommen“, erklärt Sebastian Geier. „Zusätzlich rutscht der Schnee besser ab.“

Die Kunden haben nachgefragt

Denn die U-Profile sind an den Außenkanten abgerundet. Das wiederum verringert die tatsächliche Schneelast und erhöht gleichzeitig den Solarertrag. Weil die Eidgenossen oft schwarze Rahmen und Montagesysteme nachfragen, bietet Ernst Schweizer die Einlegeschiene sowohl aluminiumglänzend als auch schwarz lackiert an. IBC Solar hat ausschließlich schwarz eloxierte Einlegeschienen im Portfolio.

Die neuen Produkte waren alle eine Reaktion auf die Nachfrage aus dem Markt. „Wir haben das System entwickelt, weil wir Kunden vor allem in der Schweiz haben, die Einlegesysteme nachgefragt haben“, sagt Helge Hartwig. Die neuen Lösungen sind aber nicht die ersten dieser Art auf dem Markt.

Mehr Aluminium

Seit Jahren hat Baywa r.e. ein Einlegesystem im Portfolio, das die Tübinger zusammen mit Creotecc übernommen haben. „Als ich 2004 bei IBC Solar angefangen habe, war das Einlegesystem das bestverkaufte Montagegestell“, erinnert sich Sebastian Geier. „Später kamen wir davon wieder ab und haben die klassischen Zweischienensysteme im Kreuzverbund gebaut.“

Das liegt vor allem am höheren Preis der Einlegeschiene im Vergleich zur Montageschiene im Kreuzverbund. Daran hat sich nichts geändert. Schließlich steckt mehr Material drin und Aluminium ist nicht billig. Allerdings muss man hier die Kosten für die eingesparten Modulklemmen gegenrechnen, sodass der Preisunterschied für das Gesamtsystem geringer ausfällt.

Dem Baukasten treu geblieben

Für den Einfamilienhausbereich sind solche Preisdifferenzen weniger relevant als im Großanlagenbereich. Das liegt daran, dass bei Anlagen mit einer Größe von fünf, acht oder zehn Kilowatt der Mehrpreis für eine Komponente auf das gesamte System gerechnet kaum ins Gewicht fällt. Deshalb setzen die Anbieter in den Zielmärkten vor allem auf das Segment der Schrägdächer auf privaten Wohnhäusern. Für große Anlagen sind die Einlegesysteme eher schwierig.

Wie K2 Systems nutzen auch IBC Solar und Ernst Schweizer für das Einlegesystem vorhandene Komponenten. Am Ende wird einzig und allein die obere Montageschiene des Kreuzverbundes durch die Einlegeschiene ersetzt. Damit greifen alle Anbieter auf bewährte Lösungen zurück und bleiben beim bewährten Baukastenprinzip, das sich in der Branche immer mehr durchsetzt.

Das heißt, mit möglichst wenig Komponenten werden alle Dach- und Anlagenvarianten abgedeckt. Der Installateur muss nur noch wenige Einzelteile im Lager haben, weil die meisten Komponenten miteinander kompatibel sind. Zudem spart es Zeit bei der Installation selbst, weil die Handwerker Systeme aufbauen, die sie schon kennen. Damit sparen sie sich die mühevolle Einarbeitung in ein neues System.

www.ibc-solar.dek

www.ernstschweizer.ch

www.k2-systems.com

Literatur

Fussnoten

  • Die Module werden einfach in die Schiene eingelegt. Der Handwerker muss keine Klemmen mehr festschrauben.

  • Mit einem kleinen Adapter deckt IBC alle Rahmenhöhen zwischen 30 und 40 Millimeter ab.

Foto: Velka Botka

Foto: Sifatec

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