photovoltaik Ausgabe: 01-2019

Still ruht der Berg


Das Habsburghaus am Gipfel des Grieskogels wird fortan aus monokristallinen Solarmodulen versorgt. Rechts oben: Transport der Solarmodule zur Baustelle. Rechts: das Solardach der Berghütte.

Das Habsburghaus am Gipfel des Grieskogels wird fortan aus monokristallinen Solarmodulen versorgt. Rechts oben: Transport der Solarmodule zur Baustelle. Rechts: das Solardach der Berghütte.

Ersatz für Diesel — Auf einer Hütte in den österreichischen Alpen kommen spezielle Solarmodule mit 48 Zellen zum Einsatz. Sie erweisen sich als besonders leicht und robust. Dennoch musste bei der Montage ein Helikopter ran. Heiko Schwarzburger

Inhaltsübersicht

  1. Still ruht der Berg
  2. TS Solar Calyxo
  3. Für unsere Abonnenten

Das Habsburghaus ist die „Akropolis der Rax“. So wird die Schutzhütte genannt, die auf 1.785 Metern Höhe am Gipfel des Grieskogels im österreichischen Rax-Gebirge thront. Der Bau ist nur zu Fuß erreichbar. Doch der Aufstieg wird belohnt: Wanderern bietet sich hier ein majestätischer Ausblick auf die Massive von Schneealpe, Ötscher und Hochschwab.

Neuerdings können sie die Stille nahezu ungestört genießen. Denn bisher lief in der Hütte ein Dieselgenerator, um Strom zu erzeugen.

Um die Versorgung der Hütte auf erneuerbare Energien umzustellen, machten sich die Besitzer auf die Suche nach einer alternativen Lösung. „Wir befinden uns in einem Gebiet, das für starken Schneefall und hohe Windgeschwindigkeiten bekannt ist“, erläutert Christian Schreiter vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV). Diese harten Anforderungen lassen nur Solarmodule zu, die für solche schwierigen Witterungen konzipiert sind.

Nach eingehender Prüfung wurde das Habsburghaus mit 64 Modulen NQR256A von Sharp ausgestattet. Die monokristallinen Module haben 48 Zellen, jedes leistet 256 Watt. Insgesamt liefert die neue Anlage rund 1.250 Kilowattstunden pro Kilowatt, ihre Spitzenleistung erreicht 16 Kilowatt.

Mit Abmaßen von 1.318 mal 980 Millimetern sind die Module sehr handlich. Auch auf kleineren Dächern lassen sich also gut nutzen. Hier war es das Vordach, das gleichfalls mit diesen Modulen belegt wurde. Beide Dächer zeigen nach Süden.

Die Installation der Solarmodule und des Lithium-Ionen-Speichers mit dreiphasigem Wechselrichter übernahm die Firma Solare Energie GmbH. „Aufgrund der Konstruktion mit zwei Aluminiumstreben an der Rückseite der Zellen ist das NQR256A sehr robust“, bestätigt Geschäftsführer Heimo Modre. „Damit eignet es sich ideal für den alpinen Einsatz.“

Häufige Schneefälle

Die Solarwechselrichter sind zwei Sunny Tripower von SMA. Hinzu kommen drei Batteriewechselrichter SMA Sunny Island 8.0. Sie binden die Batterie (67 Kilowattstunden) von BMZ ein.

Aufgrund der häufigen Schneefälle im Rax-Gebirge wurden die Module auf zwei Dächer verteilt: 54 auf dem Hauptdach mit einem Neigungswinkel von 22 Grad und zehn auf einem kleineren Dach mit einer Neigung von 36 Grad. „So können die Batterien auch im Winter geladen werden“, begründet Modre. Durch die Berge und den Schnee sind die Wintererträge nicht zu unterschätzen.

Komplexe Logistik bei der Montage

Die Montage an einem derart abgelegenen und schwer zugänglichen Ort stellte das Team vor einige Herausforderungen. „Alpine Höhen und rasche Wetterumschwünge erschwerten die Installation enorm“, erinnert sich Heimo Modre. „Auch die Logistik wurde komplex. In unserem Fall wurde ein Helikopter benötigt. Das erforderte eine besonders sorgfältige Vorbereitung und Planung.“

Hoher solarer Deckungsgrad

Das neue Photovoltaiksystem bietet enorme Vorteile: Dank des hohen solaren Deckungsgrads bleibt der Dieselgenerator an etwa 80 Prozent der Tage im Jahr ausgeschaltet. Zudem kann die Seilbahn, die zum Materialtransport von und zur Hütte genutzt wird, nun gänzlich ohne Dieselaggregat laufen.

Da bei der Installation ausschließlich hochwertige Komponenten verwendet wurden, stromt die neue Anlage zuverlässig. Das Ausfallrisiko ist gering.

www.solare-energie.at

Literatur

Fussnoten

Foto: Solare Energie GmbH

Foto: Solare Energie GmbH

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