photovoltaik Ausgabe: 05-2019

Immer größere Batterien


Die Fachgroßhändler verzeichnen wachsende Umsätze mit Speicherbatterien, nicht nur in Deutschland.

Die Fachgroßhändler verzeichnen wachsende Umsätze mit Speicherbatterien, nicht nur in Deutschland.

Handel — Im vergangenen Jahr sanken die Preise für Lithiumspeicher um acht bis zehn Prozent, ähnlich dürfte es in diesem Jahr laufen. Denn klar ist: Jeder Euro weniger beflügelt das Geschäft – und öffnet neue Märkte. Heiko Schwarzburger

Inhaltsübersicht

  1. Immer größere Batterien
  2. Solarinvert
  3. Kurz nachgefragt
  4. Redpoint New Energy
  5. Ecovolta

Das Speichergeschäft brummt, vor allem in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden zwischen 50.000 und 60.000 neue Speicher verkauft und installiert. Die Technik steht an der Schwelle zum Massenmarkt.

Durch die Elektromobilität dürften auch die stationären Stromspeicher weiteren Schub erhalten. „Am meisten wird bei uns die B-Box Hochvolt von BYD nachgefragt, mit Wechselrichtern von Kostal, SMA oder Fronius“, berichtet Jan Brunner, Vertriebsleiter von Krannich Solar. „Der Trend zu Hochvolt ist eindeutig. Das sehen wir ähnlich bei LG Chem. Und die Speichergrößen wachsen.“

Kleinere Systeme mit fünf Kilowattstunden laufen bei Krannich nicht so gut wie Speicher mit acht oder zehn Kilowattstunden. „Zudem vertreiben wir das Speichersystem von Axitec mit dem Sunny Island von SMA und zeitnah den 48-Volt-Hybridwechselrichter von Solaredge. Auch Axitec wird demnächst einen Hochvoltspeicher auf den Markt bringen.“

Obwohl die Händler den bei Weitem größten Umsatz nach wie vor mit Solarmodulen machen, wächst das Speichersegment, bei Krannich Solar um rund 60 Prozent. „Vor allem bei privaten Anlagen werden mittlerweile in rund 70 Prozent der Anlagen auch Speicher verkauft“, analysiert Jan Brunner. „Einen aktuellen Trend stellen Hybridwechselrichter dar, die Solarwechselrichter und Batteriewechselrichter in einem Gehäuse vereinen.“

Möglichst einfach skalieren

Nach seiner Auffassung müssen sich die Hersteller darauf einstellen, dass die Speicher möglichst einfach zu skalieren sind. Dann können die Installateure auch in den gewerblichen Bereich vorstoßen. „Aber die Hersteller tun sich damit noch schwer“, urteilt Brunner. „Derzeit sind die Gewerbespeicher noch stark im Projektgeschäft verankert, werden individuell auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden ausgelegt.“ Für einen Massenmarkt brauchen sie mehr Standardisierung und Skalierbarkeit, damit die Installateure die Speicher so einfach wie möglich zu den Kunden bringen können. Jan Brunner sagt: „Man braucht ein System, das einfach anpassbar ist.“

Wachsende Umsätze in diesem Jahr

Für das laufende Jahr sieht der Vertriebsexperte wachsende Umsätze mit Stromspeichern. „Die Preise sinken weiter, moderat genug, damit sich diese Branche nicht selbst zerstört“, meint er. „Im vergangenen Jahr sanken die Preise um acht bis zehn Prozent, das wird 2019 ganz ähnlich sein.“

Denn es treten neue Player in den Markt ein. „Sie verkaufen in erster Linie Unabhängigkeit. Dazu benötigen sie den Speicher. Deshalb erwarte ich einen ordentlichen Zuwachs.“

Stationäre Stromspeicher sind eng mit den mobilen Speichern verknüpft, sprich: mit der Elektromobilität. Denn die Anforderungen an die Ladeleistung werden größere Speicherbatterien und leistungsfähigere Zellen nebst Leistungselektronik nötig machen. Krannich verkauft zwar noch keine E-Autos. Aber: „Wir bieten den Installateuren ein wachsendes Portfolio an Ladesäulen beziehungsweise Wallboxen, um das Produktangebot für den Eigenverbrauch abzurunden“, erläutert Jan Brunner.

Allerdings ist das eher ein Randthema. Krannich Solar nennt sich selbst „The Global PV Experts“, dabei soll es bleiben. „Allein im Solargeschäft und bei den Stromspeichern sind genug Hausaufgaben zu erledigen, müssen wir die Prozesse an eine rasant wachsende Produktvielfalt anpassen“, resümiert Jan Brunner. „Daher konzentrieren wir uns weiterhin auf unsere Kernkompetenz, und die heißt: Photovoltaik.“

Speichergeschäft verdoppelt

Auch beim Solargroßhändler EWS in der Nähe von Flensburg entwickeln sich die Umsätze mit stationären Stromspeichern sehr gut. „Wir konnten unser Speichergeschäft drei Jahre in Folge mehr als verdoppeln, obwohl der Boom bei Heimspeichern in Norddeutschland gerade erst ankommt“, bestätigt Kai Lippert, Geschäftsführer von EWS in Handewitt. „Auch nach Skandinavien springt der Funke gerade erst über. Aber die Rahmenbedingungen schaffen gerade für Dänemark und Schweden ideale Voraussetzungen für einen nachhaltig wachsenden Speichermarkt.“

In allen Märkten über Plan

In diesem Jahr liegt EWS nach Ende des ersten Quartals in allen Speichermärkten über Plan. „In Skandinavien ist allerdings noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, hier investieren wir stark“, erzählt Lippert. „Besonders interessant entwickelt sich in Deutschland für uns die Nachfrage nach Gewerbespeichern.“

Kai Lippert hat beobachtet, dass der Einfluss, den seine Distributionskunden auf kommerzielle Speicherinteressenten haben, von den Herstellern bislang unterschätzt wird. „Hier tut sich gerade ein riesiges Potenzial auf, dessen Erschließung wir gemeinsam mit unseren Lieferanten aktiv vorantreiben.“

www.pv.de

www.krannich-solar.de

Literatur

Fussnoten

  • Zum Versand vorbereitete Stromspeicher im Lager von EWS in Handewitt.

Foto: Heiko Schwarzburger

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

Aktuelles Heft

Die aktuelle Ausgabe

PV 05-2019

Zum Inhalt >

Abonnenten können die komplette Ausgabe in unserem Heftarchiv online lesen.

Jetzt abonnieren

Einzelheftbestellung

Aktuelle Einstrahlung

Klicken Sie hier, um Strahlungskarten als PDF downzuloaden oder in einer interaktiven Karte für einen konkreten Standort abzurufen.

Einstrahlung Ausschnitt

Frage der Woche

Wann werden Sie Ihre Bestandsanlage ins neue Marktstammdatenregister eintragen?

Abstimmen
Termine

Aktuelle Seminartermine

Seite drucken