photovoltaik Ausgabe: 05-2019

Kurz nachgefragt

„Im Gewerbe wird Eigenverbrauch immer wichtiger“

Welche Entwicklung erwarten Sie bei den Preisen für Solarstromspeicher im Jahr 2019?

Daniel Schmitt: Vor dem Hintergrund der rasant steigenden Nachfrage nach Batterien und Zellen durch Automobilkonzerne haben wir uns bereits in der Vergangenheit ausgiebig mit dem Thema der Lieferfähigkeit beschäftigt. Trotz langfristiger Mengenplanungen kommt es jedoch immer wieder vor, dass weniger Batterien geliefert werden, als gewünscht beziehungsweise vom Markt nachgefragt werden.

Enrico Brandmeier: Würde ein Hersteller Preise erhöhen, wäre das trotzdem sehr schädlich für dessen Absatz, da andere diese Lücke langfristig schließen könnten. Aus diesem Grund erwarten wir ein stabiles Preisniveau bei Speichern, jedoch sinkende Systempreise wegen günstigerer Wechselrichter. Vor allem Hybridwechselrichter führen zu einer Kostenreduktion.

Wie haben sich Ihre Märkte 2018 entwickelt?

Enrico Brandmeier: Wir erleben wie in den Vorjahren ein stark gestiegenes Volumen bei Speichern. Insgesamt konnte Memodo den Umsatz 2018 um fast 30 Prozent erhöhen, obwohl viele Komponenten wie Module deutlich günstiger wurden. Der Absatz von Stromspeichern erhöhte sich auf 4.900 Speichersysteme, wodurch der Marktanteil nochmals deutlich gesteigert werden konnte.

Welche Umsätze erwarten Sie für 2019?

Daniel Schmitt: Für 2019 erwarten wir weiter stark steigende Absatzzahlen bei Stromspeichern und Hochleistungsmodulen für den privaten Sektor. Weiter geht die Nachfrage stark zu Produkten, die zur eigenen Stromerzeugung und Optimierung des Eigenverbrauchs gut passen. Unsere Kunden erwarten heute auch Lösungen zu Steuerung, Smart Home und Wärme. Es sind also Systemlösungen gefragt, die mit der Wärmepumpe oder anderen Verbrauchern interagieren.

Daniel Schmitt: Für 2019 erwarten wir weiter stark steigende Absatzzahlen bei Stromspeichern und Hochleistungsmodulen für den privaten Sektor. Weiter geht die Nachfrage stark zu Produkten, die zur eigenen Stromerzeugung und Optimierung des Eigenverbrauchs gut passen. Unsere Kunden erwarten heute auch Lösungen zu Steuerung, Smart Home und Wärme. Es sind also Systemlösungen gefragt, die mit der Wärmepumpe oder anderen Verbrauchern interagieren.

Enrico Brandmeier: Einen Einbruch erwarten wir bei Photovoltaikprojekten von 100 bis 750 Kilowatt aufgrund der reduzierten Einspeisevergütung. Der Fokus wird sich auch im gewerblichen Segment auf Eigenverbrauch und intelligentes Energiemanagement verschieben.

Welche Trends sehen Sie derzeit?

Daniel Schmitt: In den vergangenen Jahren hat jeder über Cloud und Community gesprochen. Unsere Umfragen zeigen heute, dass diese Themen an Wichtigkeit stark verloren haben. Heute geht es vielmehr um die optimale und funktionierende Einbindung in das Energie- und Wärmesystem im Haus.

Enrico Brandmeier: Sicherlich hat hierzu auch beigetragen, dass die größten Anbieter solcher Stromclouds mittlerweile zu Energieversorgern oder Ölkonzernen gehören. Eon bietet seine Stromcloud sogar ohne Stromspeicher an. Das Märchen vom virtuellen Stromspeicher glauben immer weniger.

Enrico Brandmeier: Sicherlich hat hierzu auch beigetragen, dass die größten Anbieter solcher Stromclouds mittlerweile zu Energieversorgern oder Ölkonzernen gehören. Eon bietet seine Stromcloud sogar ohne Stromspeicher an. Das Märchen vom virtuellen Stromspeicher glauben immer weniger.

Wie verändert sich die Nachfrage bezüglich der Größe der Speichersysteme?

Enrico Brandmeier: Da setzt sich der Trend vergangener Jahre fort. Als wir im Jahr 2013 die ersten Speicher verkauft haben, hatten diese oft nur netto 3,7 Kilowattstunden. Heute werden sehr viele günstigere Standardsysteme mit rund sieben Kilowattstunden verkauft. Kunden, die dreiphasige Systeme oder Notstromsysteme kaufen, greifen oft zu circa 13 Kilowattstunden oder investieren in ein System mit 41,4 Kilowattstunden von BYD oder SMA. Auch Notstrom- und Ersatzstromfunktionalitäten sind sehr gefragt. Sie spielen in immer mehr regionalen Förderprogrammen eine Rolle.

Welche Rolle spielen gewerbliche Stromspeichersysteme?

Daniel Schmitt: Mit der Absenkung der Einspeisevergütung wird nun auch im Gewerbe der Fokus stärker auf Eigenverbrauch gelenkt. Dies spüren wir schon heute sehr deutlich in der Nachfrage nach besagten 41,4-Kilowattstunden-Systemen und größer. Mit gewerblichen Stromspeichern lässt sich der Eigenverbrauch stark erhöhen, aber auch zum Beispiel der Fuhrpark elektrifizieren. Auch bei Mieterstrom oder Off-Grid-Lösungen findet der Wechsel von Blei-Gel- auf Lithium-Ionen-Speicher statt. Wir empfehlen jedem Installateur, sich mit Gewerbespeichern auseinanderzusetzen.

Die Fragen stellte Heiko Schwarzburger.

www.memodo.de

Daniel Schmitt und Enrico Brandmeier

sind Geschäftsführer des Fachgroßhändlers Memodo.

Foto: Heiko Schwarzburger

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